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Salzwedel - Wohnheim mit Campus-Charakter für 5,7 Millionen Euro geplant

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Von: Holger Benecke

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Neben der Berufsschule soll auf dem Fuchsberg ein Wohnheim mit 80 Plätzen entstehen – ein Campus im Grünen auf 9500 Quadratmetern. © Wunberger

Neben der Salzwedeler Berufsschule auf dem Fuchsberg soll ein neues Schüler-Wohnheim entstehen. Bislang sind die Berufsschüler auf dem Komplex der Lernbehinderten- und der Geistigbehindertenschule an der Amtsstraße untergebracht. Dort gibt es 58 Plätze. Doch die Nachfrage ist schon seit einiger Zeit viel höher. Der Finanzausschuss hatte das Projekt am Dienstag auf dem Tisch und stimmte einem Neubau zu. Dessen Kosten werden auf 5,7 Millionen Euro geschätzt.

Salzwedel - Der Altmarkkreis als Bauherr könnte gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. Zunächst die Kosten: Das Vorhaben würde mit 65 Prozent gefördert werden. Mehr noch – wenn der entsprechende Antrag bis zum 31. Dezember 2023 bewilligt wird. Wenn sich die Maßnahme dann noch in eine regionale Entwicklungsstrategie einfügt, klettert die Förderung auf bis zu 95 Prozent. Heißt auf gut Deutsch: Die Berufsschule könnte ein neues Wohnheim mit 80 Plätzen für derzeit (!) 5,7 Millionen Euro bekommen – der Kreis müsste nur 285 000 Euro aufbringen und könnte diese noch über Kredite finanzieren.

Mehrere Fliegen

Punkt zwei: Das bisherige Wohnheim an der Amtsstraße 43 muss sowieso auf Vordermann gebracht werden, denn dieses ist dringend sanierungsbedürftig. Den modernen Anforderungen an jugendliches Wohnen entspricht der Altbau schon lange nicht mehr. Und: Das alte Heim liegt eine ganze Ecke weg von der Berufsschule.

Zudem platzt es bereits aus allen Nähten. Seit 2006 sind dort Auszubildende der Regionalfachklasse Landwirtschaft und seit 2018 auch die Köche, Hotel- und Restaurantfachleute untergebracht. Für diese müssen bereits Pensionen angemietet werden, da der Platz nicht ausreicht. Und auch die Lernbehinderten- und Geistigbehindertenschule, deren Schüler ebenfalls dort untergebracht sind, melden ebenfalls steigenden Bedarf an Wohnheimplätzen an. Vom Landesjugendamt sind an der Amtsstraße aber nur 58 Plätze genehmigt. Der Kreis ist also sowieso im Zugzwang.

Punkt drei: Der Altmarkkreis hat auf dem Fuchsberg zirka 9500 Quadratmeter zur Verfügung, der nach ersten Prüfungen auch bebaut werden kann. Dort könnte also ein Campus im Grünen direkt neben der Berufsschule entstehen. „Wenn die Jugendlichen dann mal in die Stadt wollen – es gibt einen direkten Radweg zu McDonalds“, schmunzelte Finanzausschusschef Norman Klebe. Nicht nur er, sondern auch alle anderen Abgeordneten stellten sich hinter das Vorhaben, mit dem auch der Salzwedeler Berufsschulstandort gestärkt wird.

Der Kreis ist am Zug

Nun muss der Kreis schnell planen und alle Unterlagen beibringen, um die opulente Förderung abzufassen. Und die 285 000 Euro müssen zusammengekratzt werden, damit das Vorhaben – wenn es denn bewilligt wird – in den Kreishaushalt des nächsten Jahres eingearbeitet werden kann. Aussicht des Finanzausschusses steht dem jedenfalls nichts entgegen.

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