1. az-online.de
  2. Altmark
  3. Salzwedel

Filmpalast-Betreiber blickt auf Pandemie und Preissteigerungen

Erstellt:

Von: Ulrike Meineke

Kommentare

mann
Der Salzwedeler Filmpalast auf dem Weg zum „Grünen Kino“: Jürgen Bode zeigt die Pappschalen für Nachos. Getränke gibt es in Flaschen mit umweltgerechten Strohhalmen. Die Kino-Betreiber betonen ihren Willen, klimafreundlich zu agieren. © Meineke, Ulrike

Ein Jahr ist der Filmpalast nach den Pandemie-Pausen nun wieder durchgängig geöffnet. Aber haben die Menschen auch wieder Lust auf Kino? Im AZ-Gespräch blickt Jürgen Bode zurück und voraus und auch auf das „Grüne Kino“.

Salzwedel – Ein Jahr ist der Salzwedeler Filmpalast nach den Pandemie-Pausen nun wieder durchgängig geöffnet – aber haben die Menschen auch wieder Lust auf Kino? Oder sind sie im Lockdown bei Netflix & Co. gelandet und dabei geblieben?

„Die Sorglosigkeit ist noch nicht wieder ganz da, es ist generell noch eine Zurückhaltung bei allen kulturellen Veranstaltungen zu spüren“, sagt Jürgen Bode, der mit seiner Frau Barbara den Salzwedeler Filmpalast betreibt. Es habe auch im vergangenen Jahr „Aufs und Abs“ gegeben, aber „ich bin froh, dass wir die Corona-Beschränkungen jetzt los sind“. Einige hätten nach wie vor Angst, sich anzustecken, manch einer sei im Lockdown auch zum Sofahocker geworden.

Neues Soundsystem für 100 000 Euro

„Die Pandemie war hart, aber wir haben sie überstanden“, blickt Bode optimistisch in eine Zukunft „hoffentlich ohne weiteren Lockdown“. Er freut sich auf Normalität, auf Filme wie „Elvis“, „Minions“, „Alfons Zitterbacke“, „Liebesdings“ und „Die Känguru-Verschwörung“ oder den neuen Avatar-Teil, der im Dezember bundesweit in die Kinos kommt.

Das Salzwedeler Kino sei eines der modernsten in Sachsen-Anhalt, „wenn nicht das modernste“. Man versuche immer, technisch auf dem neuesten Stand zu sein. Daran wurde auch im Lockdown mit dem Einbau von „Dolby-Atmos“, einem Soundsystem mit 64 Kanälen, gearbeitet. 100 000 Euro sind dafür investiert worden.

Natürlich treffen die hohen Energie- und Lebensmittelpreise auch den Filmpalast. „Wir haben noch Glück, unser Kino ist Baujahr 1997 und damit relativ neu und gut gedämmt“, sagt Jürgen Bode.

Auf dem Weg zum „Grünen Kino“

5000 Euro Stromkosten pro Monat für Wärme, Klima und Lüftung kämen für die sechs Säle mit 750 Plätzen zusammen. „Wir haben einen großen Einzugsbereich“, betont der Kinobetreiber mit Blick auf das Wendland und den Raum Gardelegen/Klötze/Stendal. Auf die Corona-Zeit gesehen, habe das Kino wirtschaftlich auch mal fünf Prozent im Plus gelegen, aber eben auch 30 Prozent im Minus. „Wir kommen noch in die Überbrückungshilfe, aber in einigen Monaten sind wir da auch raus“, schätzt er.

Neben dem Motto „Kino für alle“ ist das „Grüne Kino“ eine Maxime für die Bodes. Nachos gibt es jetzt in Papp- statt in Plastikschalen, die Getränke in Flaschen mit umweltgerechten Strohhalmen. „Wenn da einer eine kompostierbare Lösung hat, springen wir darauf auf“, betont der Kinobetreiber seinen Willen, möglichst klimafreundlich zu agieren.

„Wir sind ein relativ günstiges Kino“

Dennoch kam auch der Filmpalast nicht an einer leichten Preiserhöhung vorbei. Der normale Ticketpreis liegt in Salzwedel bei 8,50 Euro, deutschlandweit wird der durchschnittliche Eintrittspreis 2021 mit 8,87 Euro angegeben. Bode: „Wir sind also ein relativ günstiges Kino.“

Und: Online-Ticketing ist auch in Salzwedel „The New Normal“: Der Anteil der Online-Ticketkäufe stieg bundesweit von 23 auf 54 Prozent, in Salzwedel liegt das Plus bei etwa 20 Prozent.

Eine leichte Preiserhöhung bei den Eintritts- und Snackpreisen schließt Jürgen Bode nicht aus, wenn der Mindestlohn im Oktober auf zwölf Euro erhöht werden sollte, denn der Filmpalast beschäftigt einige vornehmlich junge Menschen an der Kasse und hinter dem Snack-Tresen.

Auch interessant

Kommentare