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Feuerwerk in Salzwedel gefragter als gedacht

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Von: Lydia Zahn

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Filialleiterin Katrin Herrmann und Lagerist Peter Bührig vom Jawoll-Markt staunten nicht schlecht, als in kürzester Zeit bereits fast 80 Prozent des Feuerwerks ausverkauft waren. © Zahn, Lydia

Zwei Jahre lang verhinderten die Auswirkungen der Corona-Pandemie Feuerwerke zu Silvester in ganz Deutschland. Im vergangenen Jahr durften nur Altbestände gezündet werden. Doch in diesem Jahr steht der Knallerei nichts mehr im Wege. Feuerwerke werden seit gestern und noch bis Sonnabend wieder verkauft; und die Nachfrage ist wesentlich höher als gedacht.

Salzwedel – 70 bis 80 Prozent der angelieferten Waren seien schon ausverkauft, Raketen und die Batterien für knapp 100 Euro schon weg, berichtete Jawoll-Markt-Leiterin Katrin Herrmann auf AZ-Nachfrage. Damit habe sie absolut nicht gerechnet. „Es läuft sehr gut. Der Parkplatz ist voll, die Kassen sind voll – die Kunden standen heute Morgen vor der Tür schon Schlange. Das hätten wir wirklich nicht erwartet“, gestand Herrmann. Was sie dabei besonders überraschte: Dass die Menschen teilweise mehrere hundert Euro für das Knallwerk ausgaben, vor allem „in Anbetracht der Krise“, sei erstaunlich.

Herrmann habe schon bei der Zentrale neue Ware gefordert, die noch rechtzeitig geliefert werde, versicherte die Markt-Chefin. Während sie mit Lagerist Peter Bührig durch die Verkaufsreihen ging, wurde klar: Raketen, Feuerwerksbatterien und China-Böller waren am stärksten gefragt.

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Dieser Großeinkauf in einem Salzwedeler Supermarkt kostete mehrere hundert Euro. © Privat

Das Geschäft mit dem Knallwerk scheint aber nicht nur im Jawoll mehr als gut zu laufen. Ein Salzwedeler ließ der Altmark-Zeitung ein Bild zukommen, auf dem das gesamte Fließband in einem Supermarkt in Salzwedel mit allerlei verschiedener Feuerwerkskörper belegt war. Fast 900 Euro wurden für den Großeinkauf ausgegeben.

Böllerverbot in der Salzwedeler Altstadt

Doch wo genau dürfen Raketen und Co nun eigentlich gezündet werden? Zwar ist in diesem Jahr Feuerwerk an Silvester wieder in Deutschland erlaubt, doch das Zünden im Innenstadtbereich der Hansestadt ist nicht gestattet (wir berichteten).

„Das Abbrennen von pyrotechnischen Gegenständen der Kategorie F 2 (Feuerwerkskörper) ist untersagt. Der Salzwedeler Stadtrat hatte am 28. Oktober 2020 mehrheitlich beschlossen, dass im Bereich der Altstadt am 31. Dezember und 1. Januar das Abbrennen von sogenannten Feuerwerkskörpern untersagt ist“, erklärte Andreas Köhler, Pressesprecher der Stadt, auf AZ-Anfrage und lieferte auch gleich die Gründe dazu.

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In der Salzwedeler Altstadt gilt auch zu Silvester ein Böllerverbot. © Hansestadt Salzwedel

Anlass für den Beschluss sind unter anderem, dass im Bereich der Altstadt eine Vielzahl sehr alter Gebäude steht, die zum Teil in Fachwerkbauweise errichtet worden sind. Neben Einzelbaudenkmalen sei dieser Bereich als Flächendenkmal in besonderem Maße schützenswert. Die Gebäude seien aufgrund ihrer Bauweise brandempfindlich.

Außerdem bestünde aufgrund der dichten Bebauung und der zum Teil sehr engen Gassen im Brandfall „eine erhebliche Gefahr“, da sich das Feuer auf angrenzende Gebäude ausweiten und eine Brandbekämpfung dadurch erheblich erschweren würde beziehungsweise im schlimmsten Fall nicht mehr möglich wäre. Und weil der Teil der Stadt so dicht besiedelt ist, komme es durch Feuerwerk zu unzumutbaren Lärm für die Bewohner, geht insgesamt aus der beschlossenen Allgemeinverfügung hervor.

Verbotsbereiche außerhalb der Altstadt

Das Zünden von pyrotechnischen Gegenständen ist darüber hinaus in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie besonders brandempfindlichen Gebäuden oder Anlagen generell verboten. In allen anderen Teilen der Hansestadt steht den Licht-, Farb- und Knalleffekten am Nachthimmel zur Jahreswende aber nichts im Wege.

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