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Feuerwehrreform ist angelaufen

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Von: Holger Benecke

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Das sieht der Brandschutzbedarfsplan der Risikoanalyse für die Feuerwehren im Bereich der Hansestadt Salzwedel vor. Insgesamt sind es unter anderem vier Feuerwehrgerätehauser, die neu gebaut werden müssten. © Infografik

Bei den Feuerwehren der Hansestadt, 27 an der Zahl, klemmt es an allen Enden und Ecken. Das hatten schon externe Gutachter aus Köln 2019 in einer Risikoanalyse nebst Brandschutzbedarfsplan attestiert. Danach müssen Wehren zusammengelegt und neue Gerätehäuser gebaut werden. 

Salzwedel - Die Stadt hat am Dienstag mit Ersterem begonnen. Im Verkehrsausschuss wurde der Stadtratsbeschluss, die Löschgruppe Tylsen aus der Ortsfeuerwehr Wistedt auszugliedern, gebilligt. Tylsen soll wieder eigenständige Ortsfeuerwehr werden.

Risikoanalyse mit Bedarfsplan

Die Ortsfeuerwehr Wistedt hingegen soll zur „unselbstständigen Löschgruppe“ werden und der Feuerwehr Langenapel angegliedert werden. „Aufgrund der personellen Situation, insbesondere bei der Besetzung der Führungsfunktionen innerhalb der Ortswehr Wistedt, kann der Weiterbestand als eigenständige Einheit für die Zukunft nicht mehr gewährleistet werden“, begründet die Beschlussvorlage. Zur Erinnerung: In der Risikoanalyse hatten die Gutachter festgestellt, dass die Wistedter Wehr mit einem Durchschnittsalter von 55 Jahren „überdurchschnittlich alt“ ist – Kategorie 55 bis 67 Jahre.

Bislang war das Wiederaufrichten einer selbstständigen Ortsfeuerwehr in Tylsen hauptsächlich an dem fehlenden Einsatzfahrzeug gescheitert. Den Tylsener Kameraden stand lediglich ein Tragkraftspritzenanhänger (TSA) zur Verfügung, der im Mannschafts- oder Treckerzug bewegt wurde. 2021 erhielten die Tylsener ein neues Mannschaftstransportfahrzeug (MTF) in Spezialausführung, sodass darin auch die Ausrüstung der beiden Atemschutzgeräteträger untergebracht werden kann. Allerdings hängt deren Einsatz wieder von Verstärkung einer anderen Wehr ab, denn neben dem zweiköpfigen Angriffs-trupp muss mindestens ein zweiköpfiger Sicherungstrupp zur Verfügung stehen.

Für das neue Gerätehaus soll noch eine Unterstellmöglichkeit geschaffen werden – Container. Ein zweiter Container ist für die Mannschaft vorgesehen, denn das alte Tylsener Gerätehaus mit Schlauchturm hat eher musealen Charakter, entspricht in keinster Weise mehr den Anforderungen der Zeit.

Zur weiteren Erinnerung: Das Umsetzen der drei Jahre alten Risikoanalyse samt Bedarfsplan priorisiert an allererster Stelle die Planung und den Bau eines Gerätehauses am Standort Gerstedt. Dann erst folgt, dass die Sicherheit an den Standorten erhöht werden muss und erkannte Gefahren, die das Gutachten dezidiert auflistet, in Abstimmung mit der Feuerwehr-Unfallkasse ausgeschaltet werden sollen.

Auf dem Prioritätenplatz 2 stehen die Planungen und der Bau eines Gerätehauses in Mahlsdorf. Priorität 3 umfasst das Planen und Umsetzen der Maßnahmen im Bereich Andorf, Hestedt und Rockenthin – gemeint sind hier das Zusammenlegen der Wehren und Neubau eines Gerätehauses.

Letzteres wird neben der Priorität 1 a von den Gutachtern für den Stützpunktbereich F vorgeschlagen, zu dem die Wehren / Löschgruppen Tylsen und Wistedt gehören. Dort soll die Ortswehr Steinitz Bestand haben, jedoch die Wehren Gerstedt, Tylsen und Wieblitz-Eversdorf „unabdingbar“ zusammengelegt werden. Dafür wird südlich von Klein Gerstedt ein neues Spritzenhaus geplant, das entsprechende Grundstück hat die Stadt bereits erworben. Die dort entstehende neue Wehr ist auch eine Personalreserve für die Salzwedeler Wehr mit ihren zahlreichen Einsätzen.

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