Feuerteufel schlägt in Salzwedel erneut zu: Drei weitere Taten und keine heiße Spur

Die unheimliche Brandserie

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Salzwedel. Es sah schon ein wenig aus wie in einem Krisengebiet. Drei Brände, jeweils nur wenige Meter voneinander entfernt, erhellten gestern früh kurz nach 3 Uhr die Altperverstraße in Salzwedel.

Der Feuerteufel hatte erneut zugeschlagen. Erst Sonntag früh hatte der Brandstifter an der Volksbank Uelzen-Salzwedel an der Sankt-Ilsen-Straße ein Gelass mit Papiertonnen und einen Pkw abgefackelt.

Zwei Mülltonnen, eine neben einem Altkleidercontainer, und ein Citroen standen dann gestern in Flammen. An der Einmündung Altperverstraße / Vor dem Neuperver Tor loderte die erste Plastiktonne. Am Karlssturm dann der nächste Feuerschein eines Müllcontainers. In der Einmündung zum Parkplatz hinter dem Kulturhaus brannte auf den Stellflächen der Firma Howald ein Wagen mit Stendaler Kennzeichen. Ein Dutzend Feuerwehrleute rückte mit drei Einsatzfahrzeugen an und löschte die Brände. Die seit dem 15. Mai arbeitende Ermittlungsgruppe der Polizei hat erneut keine Spur, ist auf jeden Hinweis aus der Bevölkerung angewiesen, so Rolf Rohlfing, der die Ermittlungen leitet. Das Salzwedeler Revier wurde durch Beamte der Polizeidirektion Nord verstärkt, die verstärkt Streife an Schwerpunkten fahren. Trotzdem ist die Personaldecke der Polizei zu dünn, um nächtelang das gesamte Stadtgebiet im Auge zu behalten, machte Chefermittler Rohlfing deutlich.

Fotostrecke von den Bränden

Salzwedel: Wieder Autos in Flammen

Meist hatte der Täter an den Wochenenden zugeschlagen. Außer an der Altperverstraße. Dot hatte er erst am Montag vor einer Woche eine Mülltonne in Brand gesetzt. „Es kann aber auch ein Trittbrettfahrer sein“, mutmaßt Rohlfing. Kripo und Feuerwehr kommen nicht hinterher, schätzt der Kriminalist ein. Deshalb hofft der Chef der Ermittlungsgruppe auf Hinweise. „Auch wenn sich kleinere Grüppchen nachts durch die Stadt bewegen“, ruft er dazu auf, die Polizei zu informieren. Der Präsident der Polizeidirektion Nord, Andreas Schomaker, beabsichtigt eine Belohnung für Hinweise, die zum Ergreifen des Täters führen, auszuloben, hieß es gestern. Eine konkrete Summe wurde jedoch nicht genannt. Inzwischen sind auch Spezialisten des Landeskriminalamtes (LKA) in die Ermittlungen eingebunden. Über ein Dutzend Brände gehen inzwischen höchstwahrscheinlich auf das der Konto Kriminellen, der vorwiegend an den Wochenenden zündelt und damit die Salzwedeler Einwohner und Feuerwehrleute terrorisiert.

Die Angst ist in der Hansestadt groß, dass ein bewohntes Haus in Flammen aufgeht. Und: Wenn Müllabfuhr ist, blicken die Anwohner ängstlich auf die vor ihren Häusern stehenden Tonnen.

Von Holger Benecke

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