Erhard und Anni Danicke feierten gestern im „Jeetzeblick“ Diamantene Hochzeit

„So fest, wie eine Eiche steht ...“

Achtung, Offenheit und Zuverlässigkeit haben ihre Ehe geprägt: Gestern waren Anni und Erhard Danicke 60 Jahre verheiratet. Foto: Meineke

mei Salzwedel. „So fest, wie eine Eiche steht, in Sturm und Ungewitter. So fest soll unsre Freundschaft stehn bis an des Grabes Gitter. “ Das hat Erhard Danicke (86) seiner Anni 1936 ins Poesiealbum geschrieben. Damals war er zehn Jahre alt.

Gestern hielt der pensionierte Schuldirektor seiner 89-jährigen Frau liebevoll die Hand: Das Paar feierte im Seniorenheim „Jeetzeblick“ Diamantene Hochzeit.

Am 17. September 1951 haben Erhard und Anni Danicke in Groß Chüden geheiratet. „Wir sind beide dort groß geworden“, schildert der 86-Jährige, der sich bester geistiger Gesundheit erfreut. Er sieht schlecht und hört schwer, konnte seine ebenfalls schwerhörige Frau nach einer Operation nicht mehr nach Hause holen. Seit März dieses Jahres ist sie im Heim – am 1. Juli zog ihr Mann zu ihr.

Anni und Erhard Danicke blicken auf ein bewegtes Leben zurück. Besonders die Kriegserlebnisse haben den heute 86-Jährigen geprägt: Weihnachten 1949 kam er aus der Gefangenschaft heim, fünf Jahre war er in Russland. Als Schulleiter war Erhard Danicke immer ein Hansdampf in allen Gassen. Erst als Direktor in Pretzier, dann 23 Jahre lang als Leiter der Fleetmarker Oberschule. Er erinnerte sich gestern daran, wie er die Schule mit aufgebaut hat. Daran, dass ab 1958 auch die neunten und zehnten Klassen in die Mittelschule aufgenommen wurden. Sie kamen aus den drei Kreisen Salzwedel, Kalbe und Osterburg. „Eigenlob stinkt zwar“, schmunzelte Danicke gestern, als er davon erzählte, dass die Fleetmarker Schule die „größte, bekannteste und beste Schule“ der ganzen Gegend war. Die als erste aller Schulen eine Turnhalle hatte: „Die haben wir als Initiativbau errichtet, heute würde man Schwarzbau sagen“, so der Senior weiter.

Für seine Familie hatte der Schulleiter mit bauhandwerklichen Ambitionen kaum Zeit. Zumal er auch noch im Fernstudium quasi nebenbei Biologie studierte. „Meine Frau hat mir den Rücken frei gehalten“, wirft er ihr einen liebevollen Blick zu, während sie im Ledersessel sitzt und ihrem Mann zuhört. Gegenseitige Achtung, Offenheit und Zuverlässigkeit hätten ihre Beziehung und nunmehr 60 Jahre glückliche Ehe geprägt. Danickes haben zwei Kinder, eine weitere Tochter starb im Alter von zehn Monaten an Hirnhautentzündung. Sie sind dreifache stolze Großeltern und haben drei Urenkel.

Im „Jeetzeblick“ wird das Paar liebevoll umsorgt, lobt Erhard Danicke. Er verbringt viel Zeit mit Lesen, während seine Frau dies an einem Bildschirmlesegerät tut. Auf diese Weise lösen beide gern Kreuzworträtsel.

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