Körperverletzung – die Ehre des besten Freundes verteidigt: Angeklagter aus Celle musste sich in Salzwedel vor dem Richter verantworten

Faustkampf im Speicher: Landser prügeln sich

klü Salzwedel. Weil er die Ehre seines besten Freundes verteidigen wollte, schlug ein 23-jähriger Soldat im „Speicher Reload“ einem anderen Bundeswehrangehörigen mit den Fäusten ins Gesicht. Und landete dafür nun vor dem Salzwedeler Amtsgericht.

Im Gericht

Der Hauptgefreite aus Celle war im Mai vergangenen Jahres mit Freunden im Salzwedeler Speicher unterwegs, als er ein bekanntes Gesicht sah. Der 29-jährige Stabsgefreite hatte 2014 einen Streit mit dem besten Freund des Angeklagten und hatte diesem damals im Eifer des Gefechtes mit einer Flasche ins Gesicht geschlagen.

„Ich wollte nur mit ihm reden, aber dann habe ich die Kontrolle verloren“, so der Angeklagte, der bereits etliche Eintragungen im Strafregister vorweisen kann. Neben Sachbeschädigung, Diebstahl und Trunkenheit im Verkehr hat der Celler auch mehrere Fälle mit Körperverletzungen auf seinem soliden Kerbholz. Und: Eine Verhandlung wegen Beleidigung steht für den Angeklagten noch aus.

„Er hat gar nichts gesagt und direkt zugeschlagen“, so das Opfer. Eine mögliche Verbindung zur Rockerszene, die Richter und Amtsgerichtsdirektor Dr. Klaus Hüttermann ansprach, stritt der Angeklagte ab – die Schläge seien allein seine Entscheidung gewesen. Dem Opfer sei damals bei der ersten Schlägerei im Anschluss gedroht worden, dass er froh sein könne, wenn er am Leben bleibe. „Ich wurde nicht angestiftet oder dafür angeheuert“, beteuerte der Hauptgefreite während der Verhandlung. Einen „strengen Verweis“ hatte der Soldat bereits von seinem Kompanieführer erhalten.

Schwellung im Kieferbereich und eine empfindliche Mundschleimhaut waren das Ergebnis der Schläge ins Gesicht des Opfers. „Das sind relativ geringfügige Verletzungen. Ich denke, wenn Sie richtig zugeschlagen hätten, hätte das ganz anders ausgesehen“, konstatierte Richter Klaus Hüttermann. Und weiter: „Da kommt Ihnen das Geständnis vor Gericht zugute.“

Der Richter entschied, entgegen der Forderung der Staatsanwältin auf sechs Monate Freiheitsstrafe – auf drei Jahre Bewährung ausgesetzt – sowie einer Entschädigung für das Opfer, auf eine Geldstrafe von 4500 Euro.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare