Bei Allrad im Bundesschnitt

Fast jeder zehnte Pkw im Altmarkkreis Salzwedel ist ein SUV

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Trotz Klimadiskussion immer beliebter: Der Anteil der Sport Utility Vehicles (abgekürzt SUV) unter den zugelassenen Pkw liegt bundesweit bei 9,48 Prozent. Ganz ähnlich sieht es auch im Altmarkkreis Salzwedel aus.

Altmarkkreis Salzwedel – Gibt es ein Auto, das wie kein anderes für reines Genießen und Fahrvergnügen steht? Wie wär’s mit einem Cabrio? Im Altmarkkreis Salzwedel waren nach der Bestandsanalyse des Kraftfahrt-Bundesamtes für 2019 zuletzt 746 kreisweit Sonnenhungrige mit Cabrio registriert.

Das sind 25 mehr als 2018. Auf Nummer sicher bei Matsch und Schnee setzen da deutlich mehr Verkehrsteilnehmer: Bei den Allrad-Pkw lag der Bestand zum gleichen Zeitpunkt bei 4.791 Fahrzeugen. Das sind 471 mehr als vor einem Jahr.

Cabrios gibt es im Altmarkkreis Salzwedel damit 15 pro 1.000 Pkw. Bei den Allradlern kommen rund 95 auf 1.000 zugelassene Pkw. Die beiden Werte reichen im bundesweiten Vergleich zu Platz 396 in der Cabrio-Bundesliga und zu Platz 276 in der Allradler-Liga unter 400 Städten und Kreisen. Vorne liegen die Bayern: Im Kreis Starnberg gibt es mit rund 87 pro 1.000 Pkw die meisten Cabrios. Bei den Allradlern führt der Kreis Miesbach mit 257 Allradlern pro 1.000 die Bundesliga an. Das hat allerdings seinen Grund: Im Januar gab’s dort zuletzt Katastrophenalarm – zu viel Schnee. Dieses Problem hatte die Westaltmark die zurückliegenden Jahre eher selten.

„Entspannt im Cabrio cruisen“ oder „Sommer, Sonne, Wind und ,oben ohne‘: Eine Fahrt im Cabrio verspricht pures Fahrvergnügen“ (Pressetext Kfz-Gewerbe): „Der Lustfaktor spielt beim Cabrio-Kauf nach den Erfahrungen des Handels immer noch eine Schlüsselrolle“, bringt Obermeister Torsten Treiber von der Kraftfahrzeuginnung Region Stuttgart (selber Cabriofahrer) auf den Punkt, was für den ganzen Autohandel gilt. Noch eine Beobachtung: „In Zeiten von Flugscham hält sich der Pfui-Faktor derzeit bei den Freiluft-Fahrzeugen noch in Grenzen. Der ist bei SUVs deutlich größer. Da wird ja ganz offen davon gesprochen, SUV-Fahrende zu bestrafen.“

Wen das trifft, lässt sich prinzipiell auch in Zahlen fassen. Kleiner Haken an der Sache, die Definition ist schwammig: Der BMW X1 ist ein SUV (Sport Utility Vehicle) wird aber nicht zu den Geländewagen gerechnet, der X3 schon. Und nicht jedes SUV hat Allrad, dafür gibt es aber auch Limousinen, Kombis und Sportwagen mit dieser Technik. Und auf der lokalen Ebene werden alle Allradler in einen Statistiktopf geworfen. Unter diesen Vorgaben sagt die Bestandsanalyse des Kraftfahrt-Bundesamtes in Flensburg Folgendes: Im Altmarkkreis Salzwedel stieg die Zahl allradgetriebener Autos vom Jahr 2018 auf 2019 um 471 oder 10,90 Prozent auf 4.791 Pkw. Zum Vergleich: Bundesweit stieg die Zahl der Allradler um 398.461 oder 8,40 Prozent auf rund 5,14 Millionen. Werden alle lokal zugelassenen Pkw zum Vergleich genommen, dann liegt der Allradler-Anteil in Deutschland aktuell bei 9,48 Prozent. Die Westaltmark liegt damit voll im Schnitt.

Die Zahl der Cabrios im Altmarkkreis Salzwedel stieg im Vergleichszeitraum dagegen um 3,47 Prozent oder 25 Fahrzeuge. (Anteil am Bestand: 1,48 Prozent). Bundesweit nahmen die Cabrios um 29.811 Exemplare oder 1,38 Prozent, auf jetzt 2,18 Millionen Fahrzeuge zu. Für einen Großteil sind aber schon bald die Betriebstage für dieses Jahr gezählt: Zwar hat auch der Herbst noch seine warmen Tage – aber viele Cabrios sind als Saisonfahrzeuge angemeldet. Da ist dann ab dem 30. September oder 31. Oktober Winterpause.

Bleibt noch die Frage, wer eigentlich die SUV kauft? Da gibt die neue ARAL-Studie „Trends beim Autokauf 2019“ eine Antwort: „Ein großes Gefälle existiert auch in einigen Karosseriesegmenten. Mit einem Anteil von 19 Prozent ist der Geländewagen oder SUV in der Stadt vergleichsweise selten auf dem Bestellzettel zu finden. Höher liegt die Quote am Stadtrand mit 25 Prozent und auf dem Land mit 24 Prozent.“ Schnee und Matsch könnten (außer möglicher Anhängelast wie Wohnwagen/Boot/Pferde und was sonst noch gezogen werden muss) bei der Fahrzeugwahl auch eine Rolle spielen. Dafür spricht, dass auf den ersten 30 Plätzen vor allem Gegenden liegen, in denen in der kalten Jahreszeit überwiegend winterliche Straßenbedingungen herrschen. Oder das Skigebiet praktisch vor der Tür liegt. Oder beides zutrifft.

zds

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