IM AMTSGERICHT SALZWEDEL: Angeklagter verursacht 1500 Euro Schaden

Fast 40 Grad Fieber: Rentner setzt sich trotzdem hinters Steuer und verursacht Unfall

Obwohl ein 68-jähriger Rentner gesundheitlich eigentlich nicht dazu in der Lage war, setzte er sich dennoch hinters Steuer. (Symbolbild)
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Obwohl ein 68-jähriger Rentner gesundheitlich eigentlich nicht dazu in der Lage war, setzte er sich dennoch hinters Steuer. (Symbolbild)
  • vonLydia Zahn
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Obwohl ein 68-jähriger Rentner gesundheitlich eigentlich nicht dazu in der Lage war, setzte er sich dennoch hinters Steuer. Die Folge: 1500 Euro Schaden durch einen von ihm verursachten Unfall.

Salzwedel – Der 68-Jährige aus Schnega war am 22. September vergangenen Jahres nach Salzwedel gefahren und wollte an der Brunnenstraße seitlich rückwärts einparken.

Doch das wollte ihm nicht so richtig gelingen und er rammte mit seiner Anhängerkupplung einen hinter ihm stehenden Audi. Danach fuhr er wieder vorwärts, beschädigte fast ein weiteres Fahrzeug, bevor er von Passanten gestoppt wurde.

Im Amtsgericht in Salzwedel gab der gebürtige Österreicher alles zu. Aus dem Polizeibericht ging hervor, dass der Rentner damals 39,5 Grad Fieber und Gleichgewichtsstörungen hatte, sowie zitterte. „Was war mit Ihnen los?“, wollte Richter Dr. Klaus Hüttermann von dem Angeklagten wissen. „Ich weiß es nicht“, lautete die Antwort. „Die Beamten vermuteten Alkoholentzug, weil Sie so gezittert haben“, führte Richter Hüttermann weiter aus. Auch vom Aufprall gegen das andere Auto hatte der Beschuldigte nicht viel mitbekommen, wie er erklärte. „Es war ein Abdruck zu sehen, der zur Anhängerkupplung passt“, verdeutlichte ihm der Vorsitzende.

Der Audi-Besitzer erzählte auf dem Zeugenstuhl, dass der Rentner damals einen sehr verwirrten Eindruck gemacht habe. Auch berichtete er, dass die Schadensabwicklung problematisch verlief. Denn der Angeklagte hatte den Unfall seiner Versicherung lange nicht mitgeteilt. Trotz mehrmaligen Nachhakens des Geschädigten. „So schnell geht das doch nicht“, versuchte sich der Angeklagte, zu verteidigen. Mittlerweile ist der Schaden von der Versicherung zwar beglichen worden, doch an dem Audi seien weitere durch den Unfall verschuldete Reparaturen angefallen.

Die Staatsanwältin forderte in ihrem Plädoyer eine Geldstrafe und den Entzug des Führerscheins. „Er war drauf und dran das nächste Auto zu beschädigen“, gab sie zu Bedenken. Richter Hüttermann teilte die Meinung, dass der 68-Jährige eine Gefahr für den Straßenverkehr darstellt: „Wer so zittert und hohes Fieber hat, sollte sich nicht hinters Steuer setzen.“ Im Oktober 2020 wurde dem Rentner vorläufig der Führerschein entzogen. Mit dem Urteil einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je 15 Euro (450 Euro insgesamt) und dem Entzug des Führerscheins von weiteren fünf Monaten fällt das Autofahren für den Mann aus Niedersachsen erst einmal weiterhin flach. Nach Ablauf der Frist kann er seinen Führschein zwar neu beantragen, muss jedoch die sogenannte Medizinisch-Psychologische-Untersuchung (MPU) bestehen. Die Staatsanwaltschaft sowie der Angeklagte nahmen das Urteil des Amtsgerichts an, womit es rechtskräftig geworden ist.

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