Sienauer kamen in Salzwedel unter / Hilfe für Brandopfer

Familie Kiesling hat kein Zuhause mehr

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Hans Kiesling steht in seinem ausgebrannten Haus an dem Elektroverteiler, von dem der Brand nach einem technischen Defekt ausging.

Sienau. Die Familie Kiesling steht vor den Resten ihrer Existenz, die sie sich über Jahrzehnte aufgebaut habt. Dienstag brannte es in ihrem Haus an der Langen Straße in Sienau (wir berichteten). Nachbarn hatten eine Rauchentwicklung gemeldet. Um 11.

29 Uhr wurde die Salzwedeler Feuerwehr alarmiert, löschte den Brand. Der Schreck schien überwunden. Doch dann flammte das Feuer wieder auf. Von einem defekten Elektronikverteiler im Erdgeschoss schlugen die Flammen bis unters Dach. Die Feuerwehr konnte lange Zeit nicht eingreifen. Erst musste ein Eon-Avacon-Mitarbeiter den Strom abstellen. „Bis der eintraf – das dauerte“, erzählten die Nachbarn, die zum Brandort geeilt waren, um zu helfen.

Die obere Etage, die Wohnung der Tochter Jeanette Pilz brannte völlig aus. Das Erdgeschoss, das Zuhause von Hans und Ute Kiesling, ist ebenfalls unbewohnbar. Das Löschwasser hat die Räume unbewohnbar gemacht. Qualm und Ruß sind auch dorthin vorgedrungen.

Zum Glück ist der Familie nichts passiert. Als der Brand in dem Elektronikverteiler ausbrach, befand sich niemand in dem Haus. Jeanette Pilz hatte ihren Vater zum Arzt nach Salzwedel gefahren. „Mein Sohn war in der Schule“, berichtete die jungen Frau gestern immer noch unter dem Eindruck des schlimmen Geschehens. Für die Schwangere ist der Verlust ihrer Wohnung ein besonders schwerer Schlag.

Ute Kiesling war zum Zeitpunkt des Brandausbruchs auf Arbeit. „Zehn vor Zwölf hat mich meine Frau vom Arzt abgeholt und mir aber noch nichts gesagt“, blickt Hans Kiesling nun auf sein zerstörtes Haus. Einen Teil hatte er gerade erst renoviert.

Nachbarn halfen am Dienstag, Hab und Gut zu retten. Darunter auch die beiden Nymphensittiche, die Lieblinge der Familie. Doch viel ist es nicht, was den Kieslings geblieben ist. Und alles riecht nach Rauch. Ein guter Bekannter stellte ihnen spontan eine Wohnung in Salzwedel zur Verfügung, in der die Familie nun erst einmal wieder ein Dach über dem Kopf hat. „Das ganze Dorf und Freunde aus Salzwedel haben uns geholfen“, sind Kieslings dankbar.

Auch gestern: Die Nachbarn hatten für Hans Kiesling und seine Helfer Mittag gekocht. Tun kann er derzeit nicht viel. Erst muss ein Gutachter der Versicherung kommen. Der ist für heute avisiert – reist aus Chemnitz an. „Weitere Unterstützung für die Familie, die fast alles verloren hat, ist nötig“, sagt der unmittelbare Nachbar, Peter Fernitz. Und weiter: „Auch später, wenn der Wideraufbau des Hauses ansteht.“ Wer helfen will: Tel. (01 75) 1 55 68 13.

Von Holger Benecke

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