Im Minutentakt donnern die 40-Tonner über die Betonpiste

Ritze: „Falle um 3 Uhr aus dem Bett“ – Chüdenallee-Anwohner genervt vom Lkw-Verkehr

Über die Chüdenallee in Ritze rollt derzeit der Schwerlastverkehr. Der Grund dafür dürfte die Großbaustelle in Salzwedel sein. Anwohner wie Stefan Rötz (kl. Bild) ärgern sich seitdem über eine erhöhte Lärmbelästigung. Fotos (3): J. Heymann
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Über die Chüdenallee in Ritze rollt derzeit der Schwerlastverkehr. Der Grund dafür dürfte die Großbaustelle in Salzwedel sein. Anwohner wie Stefan Rötz (kl. Bild) ärgern sich seitdem über eine erhöhte Lärmbelästigung.

Ritze / Cheine – Im Minutentakt donnern die 40-Tonner über die Betonpiste der Chüdenallee in Ritze. Anwohner Stefan Rötz rauft sich bei diesem Anblick die Haare.

Warnbaken und Autos auf der Straße – ein Versuch, den häufig zu schnellen Kraftverkehr auszubremsen.

„Morgens um 3 Uhr falle ich das erste Mal aus dem Bett“, ärgert sich der Anwohner über den schweren Verkehr auf der Straße vor seiner Haustür. Dazu komme noch die notorische Raserei auf der Tempo-30-Strecke, merkt er an. „Es ist das blanke Chaos jeden Tag. “Die Lkw, viele mit fremden Kennzeichen, weichen ganz offensichtlich der Großbaustelle in Salzwedel aus. Eigentlich sollen sie den Weg über die Käthe-Kollwitz-Straße, den Fuchsberg, die Warthe, Eversdorf, Wieblitz, Klein und Groß Gerstedt bis nach Chüttlitz nehmen. Doch die Strecke ist weit und die Alternative über Groß Chüden und Ritze viel kürzer. Zum großen Ärger der Anwohner. Das Aufkommen habe sich mindestens verdoppelt, schätzt Stefan Rötz.

Die Kreisverwaltung hat immerhin Warnbaken aufstellen lassen; vorher haben die Ritzer ihre Fahrzeuge als Verkehrsberuhigung auf die Straße gestellt. Die Fahrbahn erzeuge Vibrationen, die bis in die Häuser zu spüren sei, erfährt die AZ vor Ort. Die Gläser klappern, bestätigt Stefan Rötz. Seine Forderung: Der Schwerlastverkehr müsse weg und endlich die richtige Route fahren. Unterdessen hält ein Lkw-Fahrer an und fragt, was los ist. Er dürfte hier langfahren, entgegnet er auf den Ärger der Anwohner. Die sprechen sich die besten Wege in Internetforen ab, ist sich Stefan Rötz sicher.

Tief sitzt der Frust auch in anderen Orten der Einheitsgemeinde Salzwedel. Seit die Ortsdurchfahrt in Pretzier vor einigen Jahren gemacht worden ist, häufen sich die Beschwerden über klappernde Gullydeckel. Zuschweißen war ein halb-ironisch, halb-zynisch gemeinter Vorschlag auf Abhilfe.

Auch in Cheine und Brietz freuen sich die Anwohner nicht über ihre Situation. Die Gullydeckel liegen in Brietz so tief in der Fahrbahn der B 71, dass viele Autofahrer von vornherein in der Straßenmitte fahren. In Cheine soll es gewaltig durch den Ort scheppern, wenn mal wieder ein Lkw durchfährt.

Ratsherr Herbert Amft habe sich in den vergangenen Wochen mit dieser Sache herumgeschlagen wie er am Montag in der Seebenauer Ortschaftsratssitzung erläuterte. Anfang September, in der 37. Kalenderwoche, soll es nun mit dem VKWA (Verband Kommunaler Wasserversorgung und Abwasserbehandlung) zusammen eine Sichtkontrolle geben, hieß es weiter. Amft hofft, dass die Sache angegangen und das Problem gelöst werde. VON JENS HEYMANN

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