Im März geht es los

Fahrschulen in Salzwedel öffnen nächste Woche wieder

Fahrschulleiter und -lehrer Thomas Schulz vor seiner Fahrschule in Salzwedel.
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Fahrschulleiter und -lehrer Thomas Schulz vor seiner Fahrschule in Salzwedel.
  • vonLydia Zahn
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Die Freude bei den Fahrschulen ist groß. Denn diese waren bisher geschlossen. Doch das ändert sich nächste Woche. Denn Ministerpräsident Reiner Haseloff erklärte gestern, dass in Sachsen-Anhalt ab dem 1. März unter anderem Fahrschulen wieder öffnen dürfen. „Bei uns dreht sich momentan kein Rad. Und natürlich freuen wir uns darüber, wieder weiter machen zu können“, erzählt Thomas Schulz, Leiter der Fahrschule Schulz in Salzwedel, freudestrahlend.

Seit dem 16. Dezember dürfen sich die Reifen der Fahrschulautos nicht mehr drehen, die Schüler nicht mehr zum Unterricht kommen. Zuletzt liefen praktische Prüfungen am 18. Dezember, danach war Schluss, berichtet Schulz im Gespräch. Anmeldungen habe er viele, wodurch sich einiges an-staue. „Wenn die Fahrschulen wieder öffnen, kommt eine ganz schöne Lawine auf uns zu“, ist er sich sicher. Auch die Motorradschüler würden ungeduldiger. So passt das momentane milde Wetter perfekt für Fahrstunden auf dem Kraftrad. Und dem steht nun nichts mehr im Weg.

Zur praktischen und theoretischen Prüfung konnten die Schüler bisher zwar noch antreten, bloß geübt werden durfte vorher nicht. „Die Prüfungen sind möglich, aber man konnte davor keine Fahrstunden mehr machen“, betont Schulz. Zwar bestand auch bei den Fahrschulen die Möglichkeit auf Online-Unterricht, doch sei das keine Option, wie Thomas Schulz erklärt. „Das wäre bis zum 31. Dezember befristet. Wir Fahrschulen wollen das nicht machen. Aus drei Gründen: Erstens: Die ganze technische Ausstattung, die vorher angeschafft werden müsste. Zweitens: Die älteren Fahrlehrer wollen sich nicht vor einen Laptop stellen und den Schülern alles über einen Bildschirm erklären.“ Außerdem fehle ihnen das Fachwissen zum Arbeiten über eine Online-Konferenz. „Drittens: Es sind zusätzliche Kosten, die man einer Fahrschule nicht auch noch aufhalsen muss“, findet Schulz. Außerdem hätte der Online-Unterricht vorher beantragt werden müssen. Ein zusätzlicher Aufwand. Und das Problem mit den Fahrstunden wäre ebenfalls nicht gelöst worden.

Die Fahrt im Auto war jedoch nicht ganz untersagt. Für berufsbezogene Ausbildungen war diese nämlich noch erlaubt. Zum Beispiel dann, wenn eine ambulante Pflegekraft keinen Führerschein hat, diesen aber braucht, um zu Patienten zu kommen. Diese Fahrschüler hätten aber nur in Kleingruppen – bis maximal fünf Personen einschließlich des Dozenten – im Präsenzunterricht ausgebildet werden dürfen. Aber Schulz ist sich sicher: „Das lohnt sich doch gar nicht. Das kostet alles Zeit und Geld.“ Einen berufsbezogenen Schüler habe er aber in seiner Fahrschule.

Nach jeder Fahrt müssen das Auto desinfiziert und durchgelüftet sowie generell Masken getragen werden. Dadurch gibt es einen Hygieneaufschlag pro Fahrstunde. Auch plant der Fahrschulleiter nicht, die Preise anzuheben, wenn der Betrieb wieder losgeht: „Das kann man nicht machen. Man kann die Preise nicht utopisch in die Höhe ziehen. Vor allem nicht hier in der Region.“

Ein weiteres Problem stellten die finanziellen Corona-Hilfen da. Denn diese habe er zwar beantragt, aber bis heute nicht erhalten. „Da ist noch kein Cent geflossen, keinerlei Unterstützung“, erzählt der Fahrschulleiter gefrustet. Seine Angestellten, bestehend aus zwei Fahrlehrern und einer 450-Euro-Kraft, musste er in Kurzarbeit schicken.

Bislang haben er und sein Team durchgehalten, doch die Belastung ist immer weiter gestiegen. Nun ist Rettung in Sicht, denn in einer Woche können sich Fahrschüler und -lehrer wieder hinters Steuer setzten, freut sich Thomas Schulz.

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