Pretzier: Brücke statt Tunnel / Über die Bahn oder über die Straße ist noch offen

Wer fährt oben: Autos oder Züge?

Der B 190-Bahnübergang über die Amerika-Linie bei Pretzier soll zwischen 2025 und 2028 umgestaltet werden. Momentan sind die Varianten einer Straßen- oder einer Bahnüberführung im Gespräch.
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Der B 190-Bahnübergang über die Amerika-Linie bei Pretzier soll zwischen 2025 und 2028 umgestaltet werden. Momentan sind die Varianten einer Straßen- oder einer Bahnüberführung im Gespräch.

Pretzier – Bis 2028 soll die Amerika-Linie zwischen Stendal und Uelzen zweigleisig ausgebaut sein. Das jedenfalls will die Deutsche Bahn. Doch auf der Strecke gibt es ein Problem: In Pretzier kreuzt die Bundesstraße 190 die Amerika-Linie.

Zurzeit rollen dort 80 Züge pro Tag. 2028 sollen es 236 Züge täglich werden.

Das bedeutet, dass die Bahnschranken in Pretzier insgesamt zwölf Stunden geschlossen wären. Nur ist das vor allem für die Rettungsdienste dramatisch. Die Bahn hatte deshalb eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben (wir berichteten). Mit dieser sollte geprüft werden, ob eine Brücke über die Bahnlinie oder ein Tunnel unter der Bahnlinie hindurch die bessere Variante wäre.

„Aktuell wird an der Vorplanung gearbeitet, bei der sowohl Straßen- als auch Eisenbahnüberführung, verschiedene Orte und gegebenenfalls auch Kreuzungswinkel untersucht werden“, teilt Dipl.-Ing. Jörg Bönisch, DB-Pressesprecher für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen auf AZ-Nachfrage mit. Damit ist die Tunnelvariante vom Tisch. Es geht jetzt darum, wer oben fährt – die Autos oder die Züge.

Die Variante einer B-190-Brücke über die Amerika-Linie gestaltet sich aufgrund der Nähe des Übergangs zur Ortsbebauung zudem als nicht gerade einfach.

„Nach Erstellung der Vorplanung ist ein Variantenentscheid durchzuführen. Gegebenenfalls muss ein Eingriff in den bestehenden Bebauungsplan erfolgen“, nennt Jörg Bönsch den weiteren Werdegang und die damit verbundenen Schwierigkeiten. „Ziel soll es sein, die angedachte Lösung innerhalb des Streckenausbaus zwischen 2025 und 2028 umzusetzen“, blickt der Bahnsprecher auf einen Termin zum Umsetzen der Maßnahme. Schränkt aber ein: „Ob das möglich ist, lässt sich in der frühen Planungsphase noch nicht abschließend einschätzen, da bisher lediglich eine Machbarkeitsstudie durchgeführt wurde.“

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