Gute Idee gleich umgesetzt

Fachpersonell gut ausgestattet: Tierschutzverein Salzwedel legt Konzept vor

Legen das erste Konzept für die Wiedereröffnung des Tierheims vor (v.l.): Tierschutzverein-Vorsitzende Antje Gebert mit dem deutschen Doggenmix Emma, Tierheimleiterin Tanja Burchardt mit dem Rottweiler-Mix Pudlig und ihre Stellvertreterin Susann Hasani mit dem Bordeaux-Doggen-Mix Nieps.
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Legen das erste Konzept für die Wiedereröffnung des Tierheims vor (v.l.): Tierschutzverein-Vorsitzende Antje Gebert mit dem deutschen Doggenmix Emma, Tierheimleiterin Tanja Burchardt mit dem Rottweiler-Mix Pudlig und ihre Stellvertreterin Susann Hasani mit dem Bordeaux-Doggen-Mix Nieps.

Salzwedel – Der Tierschutzverein Salzwedel hat nach den Gesprächen mit den Fraktionsvorsitzenden des Salzwedeler Stadtrates (wir berichteten) nun ein Konzept zum Betreiben des Hoyersburger Tierheims vorgelegt.

Nils Krümmel (Freie Fraktion) hatte vorgeschlagen, dass sich künftige Betreiber mit einem Konzept bewerben sollten. „Wir halten das für eine gute Idee und möchten unser Konzept einreichen“, sagt Antje Gebert, Vorsitzende des Salzwedeler Tierschutzvereins.

Kurzfristig

Der große Vorteil: Der Tierschutzverein hat zum 15. August eine neue Mitarbeiterin eingestellt, die auch im Besitz einer gültigen Betriebserlaubnis zum Führen eines Tierheims ist. Und: Die beiden Mitarbeiterinnen Tanja Burchardt und Susann Hasani beginnen ab kommenden Montag (bis 9. September) mit dem vom Veterinäramt geforderten Seminar. „So dürfte einer Wiedererteilung der Betriebserlaubnis in Kürze nichts mehr im Weg stehen“, blickt Antje Gebert positiv nach vorn.

Kündigungen

Zur Erinnerung: Der Altmarkkreis hatte aufgrund fehlender fachlicher Qualifikationen im Juni die Betriebserlaubnis des Salzwdeler Tierschutzvereins für das Hoyersburger Tierheim widerrufen. Kurz danach hatte die Eigentümerin der Hoyersburger Anlage, die Hansestadt, dem Mieter Tierschutzverein gekündigt. Das hat zum vorübergehenden Aus der Einrichtung geführt.

Sofortmaßnahmen

Das neue Konzept für die Wiederaufnahme des Betriebs im Hoyersburger Tierheim hat der Tierschutzverein um Antje Gebert in drei Phasen gegliedert: sofort, kurzfristig und längerfristig. Unter sofort verstehen die Betreiber natürlich Aufnahme, Unterbringen, Beschäftigen sowie Betreuen von Fund- und Abgabetieren. Dazu gehören auch das Zurückführen und Vermitteln der aufgenommenen Tiere – auch via Internet. Weiter wollen die Tierschützer unmittelbar als Berater fungieren. Das Spektrum: von Ernährungsfragen bis zur Erziehung der Tiere.

Ebenfalls auf dem Sofortprogramm: Die im Stadtgebiet vorhandenen Futterstellen für wilde Katzen sollen reaktiviert werden und deren Betreuer mit einbezogen werden. Auch Gassigänger, Praktikanten, Sozialstundenableister, Freiwilliges Ökologisches Jahr, über das Integrationsamt Angestellte sowie Langzeitarbeitslose sind wieder gefragt.

Kleingetier

Kurzfristig wollen die alten neuen Betreiber, wenn sie denn den Zuschlag bekommen, mehrere Kleintiergehege für Kaninchen und Meerschweinchen sowie einen Quarantänebereich in Eigenleistung errichten. Zudem sollen vermehrt Spenden eingeworben werden, um damit das Kastrationsprogramm für wilde Katzen weiter voranzutreiben und auszuweiten. Weiter wollen die Vereinsmitglieder das Netzwerk von Pflegestellen weiter ausbauen und die Aufnahmestellen für Wildtiere erweitern.

Therapie

Neben der verstärkten Internetpräsenz sollen auch Tierpaten akquiriert werden. „Ganz wichtig“, wirft Antje Gebert ein, „ist die Kontaktaufnahme zum CJD (Christliches Jugenddorfwerk) und anderen sozialen Einrichtungen für den Austausch von freiwilliger Mithilfe und therapeutischen Effekten durch den Umgang mit unseren Tieren.“

Osterspaziergänge

Längerfristig haben sich die Tierschützer vorgenommen, einen Unterschlupf für wilde Katzen auf dem Hoyersburger Gelände zu schaffen. Und sie wollen eine Tierklappe einrichten. Die Vereinsmitglieder wollen bei den Renovierungs- und Baumaßnahmen mitwirken. Weiterhin planen Antje Gebert und ihre Mitstreiter eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit. Dies soll durch Tage der offenen Tür, Adventsfeiern, Osterspaziergänge für Hundebesitzer usw. geschehen.

VON HOLGER BENECKE

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