Erneut Granate aus dem Zweiten Weltkrieg aufgetaucht

Explosiver Fund vom Regen freigespült

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Oberkommissar Peter Klahs sicherte gestern die Fundstelle im Rockenthiner Wald und informierte den Kampfmittelbeseitigungsdienst.

Seeben / Rockenthin. Noch immer ist der Zweite Weltkrieg allgegenwärtig. Erneut tauchten im Wald bei Rockenthin Granaten auf. Im wahrsten Sinn des Wortes.

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst hatte die Stelle erst Mitte Juni beräumt, nachdem Spaziergänger dort Granaten entdeckt hatten. Gestern stieß der Eigentümer des Waldes, Hans-Joachim Neumann aus Rockenthin, plötzlich auf eine weitere Granate. Diese lag im Zentrum der Kampfmittler-Grabungen und war offenbar durch den Regen freigespült worden. Neumann ist stinksauer. War er schon, als die Räumexperten im Juni dort waren. Niemand hatte ihn als Waldeigentümer über die Aktion informiert. Die Bescherung sah er erst nach Abrücken der Munitionsberger, die einen ganzen Kofferraum voller deutscher 7,5-cm-Granaten mitgenommen hatten. Das Gelände war umgewühlt. „Wenn sie schon einen Bagger hier hatten, hätten sie die von ihnen gebuddelten Löcher auch wieder zumachen können“, ärgert sich Neumann. Auch ein Baum wurde während der Bergung gefällt. Der Eigentümer wurde auch darüber nicht informiert.

Als er gestern diesen dort wegräumte, sah er plötzlich eine Granate aus dem Boden lugen. „Ich traue mich nicht, dort Waldpflege zu betreiben oder aufzuforsten. Keiner weiß, was noch alles im Boden liegt“, hatte der Rockenthiner zu Recht höllischen Respekt vor den alten Granaten.

Polizeioberkommissar Peter Klahs eilte gestern sofort vor Ort. Eigentlich hatte der Verkehrsexperte in Seeben Straßenschilder kontrolliert, als er zu Hilfe gerufen wurde. Der versierte Schutzmann und ehemalige Fallschirmjäger erkannte sofort, dass es sich bei dem Rostklumpen ebenfalls um eine 7,5-cm-Granate der Deutschen Wehrmacht handelte. Der Oberkommissar informierte umgehend den Kampfmittelbeseitigungsdienst.

Das Technische Polizeiamt schickte einen Mitarbeiter, der die Granate mitnahm. Eine Nachsuche in der Gegend ist ins Auge gefasst. Das Ordnungsamt des Altmarkkreises soll dies koordinieren, hieß es gestern Nachmittag vor Ort. Und: Auch das Gelände soll wieder geebnet werden. Das erfreute besonders Waldbesitzer Hans-Joachim Neumann.

Von Holger Benecke

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