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Ex-Stadtchefin haut auf Tisch: Landesbaubehörde soll „in die Hufe kommen“

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Von: Jens Heymann

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Im Südosten nichts Neues: Der Kreisverkehr auf dem Fuchsberg bei Salzwedel ist gesperrt.
Im Südosten nichts Neues: Der Kreisverkehr auf dem Fuchsberg bei Salzwedel ist gesperrt. Der Unmut über die sich ziehenden Sanierungsarbeiten wird größer. © Heymann, Jens

Selbst zur eigentlich so besinnlichen Weihnachtszeit liegen mancherorts die Nerven blank. Salzwedels Alt-Bürgermeisterin Sabine Danicke haute jedenfalls in ihrer Funktion als Mitglied des Kreistags zu Beginn der Woche kräftig auf den Tisch. Es nerve, dass „dieses Stückchen Kreisel“ nicht fertig werde, meinte sie. Die verantwortliche Landesstraßenbaubehörde (LSBB) in Stendal solle „in die Hufe kommen“. So könne es nicht weitergehen, nicht bei den Kraftstoffpreisen und den Umwegen.

Salzwedel – Landrat Steve Kanitz nahm den Standpunkt von Danicke zur Kenntnis. Er wiederholte zunächst das, was bekannt ist: Ab dem 23. Dezember soll der für Salzwedel so wichtige Knotenpunkt von B 71, B 248 und Umgehungsstraße zur B 190 wieder frei sein – nach zu diesem Zeitpunkt gültigen Kenntnisstand. Auch die Kreisbehörde hätte bereits ihren Unmut gegenüber der LSBB geäußert; ebenso Unternehmen auf dem Fuchsberg. Kanitz selbst sei auf seinem Arbeitsweg davon betroffen. Doch letztlich sei der Kreis weder Bauherr noch Baulastträger, also Eigentümer der Straße. Soll heißen: Mehr als miteinander reden und gegebenenfalls abstimmen geht wohl nicht. Entsprechende Gespräche mit der Spitze der LSBB deutete Kanitz an.

Seit September ist der Kreisverkehr dicht. Die Fahrbahn wird seitdem erneuert. Diverse Verzögerungen bei der Sanierung haben zu längeren Bauzeiten geführt. Ursprünglich sollte Mitte November alles wieder frei sein.

Die Baustelle auf dem Fuchsberg-Kreisel hat zudem eine ganze Reihe von Folgeerscheinungen gezeigt. Unter anderem wurde Buchwitz für den Durchgangsverkehr gesperrt, weil das Dorf im Ausweichverkehr ersoff. Die Sache bleibt heiß; mittlerweile sind auch immer wieder kleinere und größere Fahrzeuge dabei zu beobachten, wie sie über Feldwege am Krangener Berg zur B 190 stoßen.

Auch in Pretzier und Stappenbeck sind die Auswirkungen der Umleitung zu spüren. Die Polizei hat sich zuletzt häufiger in Stappenbeck gezeigt und den Durchgangsverkehr kontrolliert. Auf der Pretzierer Dorfstraße gilt ein Halteverbot. Die sowieso schon vorhandene Diskussion über Raserei hat zudem noch mal Zulauf erhalten.

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