+++ Update: 126 Einsatzkräfte vor Ort / Etwa 3.500 Einwohner betroffen

Nach Großeinsatz und Evakuierung in Salzwedel am Freitag – Bombe ist erfolgreich entschärft

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Eine Aufnahme der Bombe in Salzwedel.

Während Bauarbeiten im Salzwedeler Gewerbegebiet Nord/Kristallweg wurde am heutigen Donnerstag eine Bombe aus dem 2. Weltkrieg gefunden. Nach ersten Erkenntnissen des Kampfmittelräumdienstes handelt es sich um eine fünf Zentner schwere Bombe, die höchstwahrscheinlich während der Bombardierung des Salzwedeler Bahnhofes 1945 abgeworfen wurde.

+++ Update 16.35 Uhr +++

Gegen 15.20 Uhr war die Bombe entschärft. Die Straßensperren wurden aufgehoben, die etwa 3500 Evakuierten konnten nach Hause zurückkehren.

Die Männer und die Bombe (v.l.): André Römmer, Andy Jablonsky, Thomas Gabriel, Maik Bothe und Torsten Kresse entschärften das 250 Kilogramm schwere Weltkriegsrelikt, das etwa 140 Kilogramm brisanten Sprengstoff enthält.

Wie Sprengmeister Torsten Kresse berichtet, war es schwierig die Bombe unschädlich zu machen. Zunächst musste der Schacht, der um den Sprengkörper herum aufgebaut worden war, leergepumpt werden. Ein hoher Grundwasserdruck stand an. Zudem lag die Bombe sehr verkeilt. Sie entpuppte sich- wie vermutet- als Fünf-Zentner-Bombe.

Rund 140 Kilogramm hochbrisanter Sprengstoff enthält der dicke Stahlkörper. "Es war auf Grund der Lage der Bombe nicht so einfach, an die Zünder heranzukommen", schilderte Torsten Kresse. Ein Kopf- und ein Heckzünder mussten ausgebaut werden. Letztendlich hatten die Spezialisten alles im Griff und konnten Entwarnung geben.

Die ausgebauten Zünder des 250-Kilogramm schweren Blindgängers.

Wie zuvor vermutet handelt es sich um eine amerikanische Bombe. Ob der Blindgänger nun vom Luftangriff am 18. April 1944 oder vom 22. Februar 1945 auf den Salzwedeler Bahnhof handelt, wussten die Spezialisten nicht. "Wir haben keinen Packzettel gefunden", schmunzelte der Sprengmeister. hob

+++ Update, 15.35 Uhr +++

Die Bombe aus dem 2. Weltkrieg, die am Donnerstag im Salzwedeler Gewerbegebiet Nord/Kristallweg gefunden wurde, ist gegen 15.30 Uhr erfolgreich entschärft worden. Näheres ist derzeit noch nicht bekannt.

+++ Update 12.30 Uhr +++

Die Fundstelle der Bombe in Salzwedel.

Nach dem Bombenfund gestern in Salzwedel sind heute 126 Einsatzkräfte von Polizei und Bundespolizei, Feuerwehren, der schnellen Einsatzgruppe des Kreises, von DRK, Sanitätszug, THW, Kriseninterventionsteam, Personenverkehrsgesellschaft und Stadtverwaltung im Umfeld der Evakuierung unterwegs.

3500 Menschen müssen ihre Wohnungen, Arbeitsstätten und Schulen verlassen. Die Evakuierung ist gegen 10 Uhr angelaufen. "Es ist alles geregelt", sagte Bürgermeisterin Sabine Blümel eine Stunde später während einer Pressekonferenz im Salzwedeler Feuerwehrdepot. Dort ist der Krisenstab untergezogen. Dezernent Hans Thiele vom Altmarkkreis hat zusätzlich einen Einsatzleitcontainer dort aufstellen lassen. Zudem stehen Krankenwagen bereit, die Menschen, die gesundheitliche Probleme haben, ins Krankenhaus bringen können.

Die Arbeiten rund um den Bombenfund sorgen für Verkehrseinschränkungen in der Baumkuchenstadt.

Auch dort ist alles vorbereitet, so Thiele. Die Evakuierten sind in der Lessing- und der Comenius-Ganztagsschule, der Jenny-Marx-Grundschule, der Mehrzweckhalle der Perver-Grundschule, im Freizeitcenter am Chüdenwall und im Kulturhaus untergebracht. Letzteres für die rund 450 Anwohner der Goethestraße. Notfallseelsorger, Sanitäter und Mitarbeiter der Stadtverwaltung betreuen die Menschen. Kreis-Dezernent Thiele hat Liegen aufstellen lassen, das DRK sorgt für Getränke und Verpflegung. Die Knirpse der Kita "Flohkiste" im Evakuierungsgebiet wurden in der städtischen Kita am Kronsberg untergebracht. Das sei reibungslos verlaufen, wusste die Bürgermeisterin von ihrer Kita-Eigenbetriebsleiterin Doris Gensch. Blümel hat 61 MItarbeiter der Stadtverwaltung im Einsatz.

Am Jahn-Gymnasium, der Jeetze- und der Lessing-Grundschule fiel gestern der Unterricht aus. Auch diese Gebäude liegen in dem 800-Meter-Sicherheitsradius, der bei einem 250 Kilogramm schweren Blindgänger Standardvorschrift ist. Die Bombe selbst wurde am Tag zuvor vormittags bei Bauarbeiten entdeckt. "Um 15.25 Uhr wurde ich dann informiert und habe sofort die Feuerwehr und das Ordnungsamt der Stadtverwaltung eingeschaltet", berichtete Hans Thiele. Im Anschluss habe es die erste Krisensitzung gegeben und gegen 19.30 Uhr wurde die Öffentlichkeit informiert. "Schneller ging es nun wirklich nicht", so der Dezernent.

Seit 12 Uhr sind Polizei und Feuerwehr noch einmal im Evakuierungsgebiet unterwegs unter anderem mit Lautsprecherdurchsagen. Ab 13 Uhr werden die Straßen gesperrt. (Karten als PDF auf der Stadthomepage www.salzwedel.de). Anschließend wird die Baugrube, in der die Bombe steckt, erst einmal wieder abgepumpt. Die Arbeiter hatten gestern die Pumpen abgestellt. Seitdem ist Grundwasser nachgelaufen. Ab 14 Uhr könnten dann die Entschärfungsarbeiten beginnen, schätzt Dezernent Thiele ein. hob

Bombenfund in Salzwedel

Salzwedel: Fund einer Weltkriegsbombe sorgt für Verkehrschaos

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Die Entschärfung ist für Freitag, 31. Januar 2020 vorgesehen. Aus diesem Grund werden die Einwohner folgender Straßenzüge aufgefordert, ihre Wohnungen am Freitag bis spätestens 13.30 Uhr zu verlassen. Ab 10 Uhr sind die Sammelpunkte Kulturhaus, die Comenius-Schule sowie die Jenny-Marx-Schule eingerichtet. Weitere Sammelpunkte können unter den Notfallnummern abgerufen werden.

UPDATE: Es findet am Freitag kein Unterricht an diversen Schulen statt. Kinder die notbetreut werden, werden betreut. Alle Lehrkräfte sind jedoch dienstverpflichtet zu den Zeiten, an denen sie Unterricht hätten. Ab 10 Uhr sind die Schulen mit Evakuierten belegt. Lessing-Gesamtschule (wegen Aufnahme Evakuierter), Jeetze-Schule sowie Jahn-Gymnasium (beide im Evakuierungs-Bereich) lassen den Unterricht ausfallen.

Freitag, kurz nach 9 Uhr: THW alarmiert, dieses soll ab Mittag mit ihren Fahrzeugen, die zusätzlich mit je zwei Polizisten besetzt werden, bei den Straßensperrungen helfen.

Es wird empfohlen, leichte Versorgung mitzunehmen, ebenso sollen notwendige Medikamente und ähnliches eingepackt werden. Bitte nur das Nötigste mitnehmen!

Mitarbeiter der Stadtverwaltung werden am Vormittag die Straßenzüge abgehen und die Einwohner auffordern, sich zu diesen Sammelpunkten zu begeben. Ebenso werden Lautsprecherwagen über die Situation informieren.

Folgende Straßenzüge sind von der Räumung betroffen:

  • Am Bleichwall
  • Am Eichwall
  • An der Katharinenkirche
  • Bahnhofsstraße
  • Ernst-Thälmann-Straße (Einfahrt Schule bis zur Kreuzung Netto)
  • Feldstraße
  • Gaswerksweg
  • Goethestraße (Bereich „Durchgang“ bis zur Ecke Ernst-Thälmann-Straße)
  • Hoyersburger Straße
  • Kleinbahnstraße
  • Kleiner Stegel
  • Kristallweg
  • Tuchmacherstraße (nördliche Straßenseite entlang Umgehungsstr. bis An der Flora)
  • Vor dem Lüchower Tor
  • Wollweberstraße (von An der Katharinenkirche bis Ecke Mittelstraße)

Nach ersten Informationen sind etwa 3.500 Einwohner von dieser Räumung betroffen.

Es sind folgende Notfallrufnummern eingerichtet:

03901 – 65320

03901 – 65321

03901 - 65322

03901 – 65329

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