Liestener wollen für Erhalt ihres Waldbades tief in die Vereinsschatulle greifen

10 000 Euro aus eigener Tasche

Andreas Weigelt kämpft mit vielen anderen Liestenern um den Erhalt des Waldbades. Foto: Archiv / hey
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Andreas Weigelt kämpft mit vielen anderen Liestenern um den Erhalt des Waldbades.
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hey Liesten. „Wir wollen alles daransetzen, dass das Waldbad auch in diesem Jahr wieder öffnet“, hat gestern Andreas Weigelt, Chef des Sport- und Bildungszentrums Liesten-Altmark, gegenüber der Altmark-Zeitung erklärt.

Dass für den Erhalt der Schwimmeinrichtung an der Straße nach Königstedt noch mehr Eigenleistung von Einwohnern und Verein nötig sein werde, hatte Weigelt bereits am Montagabend während der Liestener Ortschaftsratssitzung angedeutet (wir berichteten).

Nun konkretisierte er dies: Der Verein, das Sport- und Bildungszentrum, sei bereit, 10 000 Euro aus dem eigenen Vermögen zum Decken der Waldbadkosten aufzubringen. Dahinter stecken „viele, gute Sponsoren“, so Weigelt weiter.

Die Förderer des Waldbades erledigen bereits seit Jahren vieles in ehrenamtlicher Arbeit. Andreas Weigelt zählt auf: „Wir mähen komplett den Rasen, wir halten die Technik vor.“ Es soll außerdem auf eigene Kosten ein neuer Rasenmäher angeschafft werden. Zuletzt hatten Vereinsmitglieder ein Gebäude der Stadt auf dem Waldbadgelände instand gesetzt, ebenfalls auf eigene Kosten. Des Weiteren übernehmen die Waldbadfreunde jedes Jahr den Frühjahrsputz und die Reinigung.

„Ich sehe nicht ein, dass all das nichts wert sein soll“, sagt Andreas Weigelt in Hinblick auf die wohl entscheidende Sitzung mit Salzwedels Bürgermeisterin Sabine Blümel am 6. April.

In der Stadtverwaltung werden nun alle Zahlen auf den Tisch kommen. Die Umstände könnten dabei aber durchaus gegen das Waldbad sprechen, denn die Stadt befindet sich im Schuldenabbau- und Kosteneinsparmodus. Die Liestener Stätte könnte ein frühes Opfer der Haushaltskonsolidierung werden. Denn in der Einheitsgemeinde gibt es zwei Bäder – für manchen Entscheidungsträger womöglich eines zu viel. Geld wäre theoretisch vorhanden: 32 000 Euro Einnahmen aus dem Windpark. Doch dieses Geld geht statt ins Waldbad in den großen Stadthaushalt.

Eine mögliche Alternative, der Verkauf des Bades an den Verein, ist laut Andreas Weigelt noch nicht diskutiert worden. „Das könnten wir auch gar nicht stemmen. Die Stadt muss Betreiber bleiben“, konstatiert der Liestener. Und fügt an: „Das Waldbad ist ein entscheidender Faktor unserer ländlichen Region. Falls es schließen sollte, werden wir uns dem entgegenstellen.“

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