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Erster Christopher Street Day in Salzwedel

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Von: Jens Heymann

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Erster Christopher Street Day in Salzwedel. Die Demo führte unter anderem über die Breite Straße.
Erster Christopher Street Day in Salzwedel. Die Demo führte unter anderem über die Breite Straße. © Heymann, Jens

Sie wollen sich nicht verstecken, sondern gehen für Gleichberechtigung und Anerkennung auf die Straße – so wie am Sonnabend beim Christopher Street Day (CSD) in Salzwedel. Gemeint sind die Mitglieder der LGBTIQ*-Szene.

Salzwedel – Die Buchstaben stehen für lesbisch, schwul (gay), bisexuell, trans, inter und queer. Neben generellen Fragen ist der ländliche Raum in den Augen der Gemeinschaft noch immer ein Problem, wenn es um die Akzeptanz von Andersartigkeit geht.

Manch einer ist der Enge der Provinz längst entflohen. So wie CSD-Mitorganisator Martin Quedenfeld. Ursprünglich aus der Hansestadt, habe er damals nicht den Raum für die eigene Findung entdecken können und lebt nun in Magdeburg. Zehn Jahre später konnte er sich immerhin seinen Traum einer bunten Demonstration in der alten Heimat erfüllen.

Die Vielfalt wird ganz individuell ausgelebt. Einige Demo-Teilnehmer ließen bei den Zuschauern der Parade keinen Zweifel aufkommen. Regenbogenfahnen, nackte Oberkörper, Frauenkleider und Hundemasken gehörten dazu. Die Grenzen zwischen den Subkulturen und des persönlichen Geschmacks verlaufen fließend.

Der Demonstrationszug drehte eine große Runde durch Salzwedel. Auf dem Marktplatz gab es außerdem eine kurze politische Runde. Mit dabei waren auch die beiden Bürgermeisterkandidaten Olaf Meining (für die SPD) und Andi Scotland (für die AfD). Letzterer wurde jedoch schnell vom Podium gebuht, was viele gerechtfertigt, andere wegen der nicht gesagten Worte bedauerten. Scotland nahm es gelassen hin.

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