Vier Schwertransporter fahren durch Pretzier / Riesige Rotorblätter passieren Ortsmitte

Erst vorwärts – dann nur noch rückwärts

Der Nebel in der Nacht sorgte für eine gespenstische Atmosphäre. Jeder Rotorblatttransport maß laut Polizei 61 Meter Länge. Die Durchfahrt von Pretzier dauerte ungefähr eine Stunde. Die nächsten Transporte sollten schon am Abend kommen – dann die Turmspitze und das Windradgetriebe.
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Der Nebel in der Nacht sorgte für eine gespenstische Atmosphäre. Jeder Rotorblatttransport maß laut Polizei 61 Meter Länge.
  • Jens Heymann
    VonJens Heymann
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Pretzier. Gestern Nacht, gegen 0. 30 Uhr: Noch ist alles ruhig in der Ortsmitte von Pretzier, dicker Nebel liegt in der Luft. Kaum ein Einwohner wird mitgekommen, dass in den nächsten Stunden ein kompliziertes Schwerlastmanöver über die Fahrbahn geht.

Nach einiger Zeit plötzlich Bewegung: Ein Transporter fährt vor und stellt sich auf den großen Parkplatz. Ein Mann montiert kurz darauf die Fußgängerampel auf der anderen Straßenseite ab. Die Verkehrsschilder waren vorher schon entfernt worden.

Ein ganz langes Rotorblatt – und am Ende kommt es trotzdem auf wenige Zentimeter an.

Eine Stunde lang passiert nun erstmal nichts. Dann kommt ein weiterer Kleintransporter vorgefahren und parkt mit Rundumleute vor dem Bäcker. Wiederum steigt jemand aus und rückt die Barken auseinander. Kurz darauf stehen die riesigen Transporter auf der Pretzierer Dorfstraße. Der erste von ihnen überquert langsam die Bundesstraße. Nun kann kein anderer Verkehr mehr passieren. Der Transporter mit dem Windradrotorblatt fährt vorwärts auf die Riebauer Straße und schiebt dann rückwärts am ehemaligen Konsum vorbei. Ein Einweiser gibt auf Polnisch Kommandos an den Fahrer. Die Polizei riegelt derweil dahinter ab.

Es geht nur im Schritttempo vorwärts. Die Reifen der Transporter knacken, wenn sie über die Aluminiumplatten fahren, die das darunterliegende Pflaster vor Beschädigung schützen sollen.

Ein Schwertransport dieser Größenordnung darf nur nachts zwischen 22 und 6 Uhr fahren. Die Fahrt hatte sich bereits um einen Tag verspätet.

Nach 100 Metern auf der Bundesstraße schwenkt der Transporter auf einen Weg zwischen Gasthaus Spurgat und der Firma SCM Solar. Dort rollte der Laster langsam rückwärts auf die Chüdener Chaussee zu – bis zum Ziel hinter dem Bahnübergang. Aufatmen kann zu diesem Zeitpunkt allerdings noch keiner der Beteiligten. Denn im Dorf warten noch drei weitere Schwertransporter. Eine halbe Stunde später ist alles vorbei.

Von Jens Heymann

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Windrad-Transport: Vorwärts und rückwärts durch Pretzier

Windrad-Transport: Vorwärts und rückwärts durch Pretzier

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