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Erschreckend niedrige Wahlbeteiligung in der Hansestadt Salzwedel

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Von: Jens Heymann, Christian Reuter

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Stimmenauszählung Landratswahl
Bei der Stimmenauszählung zur Landratswahl im Salzwedeler Kulturhaus. Erschreckend niedrig war die Wahlbeteiligung, die in Salzwedel mit rund 28 Prozent noch geringer als im Kreis mit 35 Prozent ausfiel. © Benecke, Holger

Der neue Landrat des Altmarkkreises Salzwedel wird entweder Andreas Kluge (CDU) oder Steve Kanitz (SPD) heißen, denn diese beiden Bewerber erzielten bei der Wahl am Sonntag die meisten Stimmen (AZ berichtete). Kluge konnte 9.182 Wähler (38,03 %) für sich gewinnen, Kanitz 8.385 Wähler (34,72 %). Damit ist bei der Stichwahl am 20. März ein spannendes Duell um den Posten des Landrates zu erwarten.

Salzwedel. Da der Abstand zwischen den beiden Kandidaten nur rund drei Prozent beträgt, wird es wohl vor allem darauf ankommen, wie sich die restlichen etwa 27 Prozent der Wähler entscheiden werden, die am Sonntag ihre Stimme dem parteilosen Ingolf Arndt (21,23 %) bzw. dem Freie-Liste-Kandidaten Hans Bülow (6,02 %) gaben.

In der Hansestadt Salzwedel fiel das Votum klar für Andreas Kluge aus, denn 2.343 Stimmen (43,04 %) entfielen auf ihn. Steve Kanitz kam nur auf 1.697 Stimmen (31,17 %). Mit 18,11 Prozent erzielte Ingolf Arndt in Salzwedel ein schlechteres Ergebnis als im Kreis, sein Mitbewerber Hans Bülow mit 7,68 % dagegen ein etwas besseres.

Sein bestes Wahlergebnis in der Hansestadt Salzwedel erreichte Andreas Kluge in Osterwohle mit 52,75 %, am schlechtesten schnitt er in Seeben ab mit 28,00 %. Steve Kanitz konnte in Tylsen die meisten Wähler überzeugen (47,37 %) und in Eversdorf die wenigsten (22,22 %).

Ingolf Arndt erzielte sein bestes Ergebnis in Seeben mit 35,00 %, die wenigsten Stimmen bekam er im Wahlbezirk Jenny-Marx-Turnhalle (12,75 %). Schließlich erreichte Hans Bülow sein bestes Resultat in Langenapel mit 18,18 % und das schlechteste in Chüttlitz mit 2,37 %.

Erschreckend: Die Wahlbeteiligung war teilweise sehr gering. Im Lokal Kulturhaus in Salzwedel – dort hätten 1.405 Salzwedeler ihre Stimme abgeben können – verzeichnete Wahlleiter Guido Eisenschmidt 211 eingegangene Briefe und nur 232 Direktwähler. Insgesamt lag die Wahlbeteiligung in Salzwedel bei nur 28,42 % und damit noch unter der vom Kreis (35 %). Mit nur 13,39 % gaben im Wahllokal Jenny-Marx-Turnhalle die wenigsten Wähler ihre Stimme ab, die größte Beteiligung gab es in Tylsen mit 41,24 %.

Wo wenig gewählt wurde, da konnte immerhin schnell ausgezählt werden. Als erster Wahlbezirk meldete Seeben sein Ergebnis – das war dann am Sonntag um 18.13 Uhr auf der Wahlinternetseite nachlesbar. In kurzen Abständen folgten weitere Dörfer aus der Salzwedeler Peripherie: 18.15 Uhr Dambeck und Tylsen; 18.17 Uhr Riebau und Eversdorf; 18.19 Uhr Henningen und Liesten usw.

Der erste Stadtbezirk ließ ebenfalls nicht lange auf sich warten. In der Comenius-Schule arbeiteten die flottesten Stimmzettelzähler der Kernstadt. Und das mit der höchsten Wahlbeteiligung aller Salzwedeler Stadtbezirke von immerhin 20,13 %.

Im Gegensatz zu so mancher vergangenen Wahl gab es dieses Mal aber keinen zeitlichen Ausreißer nach hinten. Vermutlich am genauesten nahmen es die Wahlhelfer in der Perver-Multifunktionshalle. Gegen 19 Uhr waren jedoch auch dort alle 285 abgegebenen Stimmen ausgezählt.

Insgesamt durften 19.479 Salzwedeler über ihren neuen Landrat abstimmen. 1.980 hatten dafür Briefwahlunterlagen abgefordert, von denen 1.764 dann auch tatsächlich als Briefwähler aktiv wurden. Mit besagter Wahlbeteiligung von 28,42 % ordnete sich die Hansestadt Salzwedel auf den vorletzten Platz, knapp vor Arendsee mit 27,13 %, ein.

Deutlich interessierter an der Abstimmung waren die Menschen in Gardelegen, Kalbe, Klötze und Beetzendorf-Diesdorf. Die Beteiligungswerte erreichten dort Höhen von 35 bis 43 %.

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