Jens Burba beobachtete den Isegrim gestern früh an der B 248 am Abzweig Dambeck

Erneute Wolfssichtung bei Salzwedel

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Dieses Wolfsfoto entstand am 3. Februar bei Salzwedel.

mei Salzwedel / Dambeck. Zum vierten Mal in diesem Jahr ist in der Region ein Wolf gesehen worden. Jens Burba glaubte gestern früh zunächst seinen Augen nicht zu trauen, als er den Isegrim gegen 4.30 Uhr unmittelbar an der B 248 zwischen Salzwedel und Kuhfelde am Abzweig Dambeck beobachten konnte.

Das Tier sei plötzlich im Scheinwerferlicht aufgetaucht, „hatte die Ruhe weg und trottete langsam davon“, beschreibt der 47-jährige Dambecker, der auf dem Weg zur Arbeit nach Wolfsburg war.

Der Wolf habe am Straßenrand gestanden. „Ich habe gebremst, bin ganz langsam gefahren, konnte den Wolf gut noch eine Weile beobachten“, so Burba, auf den das Tier eher einen jungen Eindruck machte.

An fast der gleichen Stelle hatten René Hartmann und Lydia Schulz am 4. März einen Wolf gesehen (wir berichteten). Am 28. Februar war ein Isegrim bei Klötze und am 3. Februar bei Lübbow (zehn Kilometer von Salzwedel entfernt) gesichtet worden. Das Tier nahe der Landesgrenze konnte fotografiert werden und wurde zweifelsfrei als Wolf identifiziert.

Laut Förster Ralf Knapp könnte es sich bei den Sichtungen um von ihrem Rudel abgesprengte Rüden handeln, die aus der Letzlinger Heide oder dem Altengrabower Gebiet kommen. Dass der Wolf im Ferchau sesshaft wird, glaubt Knapp nicht, denn dieses Gebiet sei zu lebhaft. Wölfe lieben eher große, abgelegene Gebiete mit offenen Flächen.

Wolfsbeobachtungen gab es zudem in der Colbitz-Letzlinger Heide, im Drömling und im benachbarten Niedersachsen. In Sachsen-Anhalt geht man derzeit von zwei Rudeln mit zehn bis 15 Tieren aus. Es wird mit weiterem Zuwachs gerechnet, denn pro Wurf bringt eine Wölfin fünf bis neun Welpen zur Welt. Die Tiere werden bereits im zweiten Jahr geschlechtsreif. Kurz vor der Geburt ihrer Jungen vertreiben die Wölfe ihre dann fast ein Jahr alten Jungen. Allein in einer Nacht kann ein Wolf zwischen 70 und 100 Kilometer zurücklegen.

Deutschlandweit schätzen Experten die Wolfspopulation auf 200 bis 250 Tiere – Tendenz steigend.

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