Vom Solarpanel bis zum ganzen Bus

Tag der erneuerbaren Energien in Tylsen soll praktische Lösungen aufzeigen

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Der Bus hat eine 1500-Watt-Solaranlage auf dem Dach. Damit kann er selbst nicht fahren, aber seine Inneneinrichtung sowie andere Verbraucher versorgen.

Tylsen – „Jeder soll etwas sehen, was er gebrauchen kann. Jeder kann etwas zum Klimaerhalt beitragen“ – mit diesen Worten hat Organisator Dr. Ernst Allhoff den Zweck des Energie-Informationstags am Sonnabend am Alten Kuhstall in Tylsen zusammengefasst.

In Zeiten zunehmender Diskussionen um CO2, Erwärmung und Nachhaltigkeit ein aktuelles Thema. Während es bundesweit eher abstrakt zugeht, haben in Tylsen Altmärker aus ihrem Alltag berichtet.

Organisator Dr. Ernst Allhoff (l.) erläutert anderen sein heimisches Energiesystem und weitere Pläne.

Matthias Berger aus Siedendolsleben beispielsweise betreibt per Solarthermieanlage unter anderem seine Fußbodenheizung und die Wasseraufbereitung. Auf Brennstoffe als Energiequelle habe er zuletzt ab Februar verzichten können.

Unternehmer Arno Hauenschild aus Depekolk betreibt eine Photovoltaik-Inselanlage; erzeugt Energie also nur für den Eigenverbrauch. Das reiche im Sommer für E-Auto und Haus aus; im Winter müsse er notfalls für einige Wochen ans Netz.

Im wahrsten Sinne größter Hingucker der Runde in Tylsen war ein zum Solarkraftwerk umgerüsteter Bus. Eckart Schaarschmidt aus Königstedt ist Spezialist für autarke Anlagen und hat das Gefährt für einen Kunden ausgebaut. Mit 1500-Watt-Solar-Leistung vom Dach lasse sich das große Gefährt zwar nicht bewegen, aber die Inneneinrichtung versorgen. Außerdem, so Schaarschmidt, könne der Bus Energie an andere Verbraucher außerhalb abgeben. „Der Schritt in Richtung erneuerbare Energien ist kein Weg zurück in die Höhle“, sagte er in Tylsen.

Eine andere Form der dezentralen Energieerzeugung sehen die Praktiker allerdings noch nicht soweit. Wer sich für kleine Windanlagen interessiere, der solle noch ein paar Jahre auf bessere Modelle warten, so der Tenor der Veranstaltung. Ab zwölf Meter nehme zudem der bürokratische Aufwand für eine Genehmigung erheblich zu.

VON JENS HEYMANN

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