Ermittlungsverfahren zum geschändeten Ehrenmal an der Ritzer Brücke nach zwei Jahren eingestellt

Sechs Verdächtige – kein Beweis

Die 2011 geschändete Gedenkstätte an der Ritzer Brücke.

Salzwedel. Während Staatsanwaltschaft und Staatsschutz wegen der rechten Schmierereien in Salzwedel gegen zwei Tatverdächtige ermitteln, wurde ein ähnlich krasser Fall zu den Akten gelegt:

In Sachen Schändung der Gedenkstätte für 244 ermordete KZ-Häftlinge an der Ritzer Brücke vor zwei Jahren gab es sechs Verdächtige. Jetzt wurde das Verfahren eingestellt – mangels Tatnachweisen.

An der Ritzer Brücke waren die Täter mit brachialer Gewalt vorgegangen. Eine steinerne Gedenkplatte war runtergebrochen und mit einem Stein zertrümmert worden. Von dem Schriftzug „Die Opfer mahnen die Lebenden“ an einer anderen Stele hatten lediglich sechs Buchstaben aus dickem Stahlblech die Zerstörungswut überlebt. Alle anderen waren verbogen worden. Die dritte Stele war mit roter Farbe und einer rechten Parole beschmiert worden. Die Tat wurde am Morgen des 31. Juli 2011 von Touristen entdeckt. Die Stadt hat das Denkmal an der Ritzer Brücke im November 2011 für 5000 Euro wieder instand setzen lassen.

Eine weitere Gedenkstättenschändung hatte es im Januar 2013 in Isenschnibbe bei Gardelegen gegeben. 18 Grabkreuze waren herausgezogen und zu einem Hakenkreuz zusammengelegt worden. Zur Erinnerung: Dort ruhen 1016 KZ-Häftlinge, die während eines Todesmarsches am 13. April 1945 in der Isenschnibber Feldscheune von ihrer Wachmannschaft verbrannt bzw. erschossen wurden. Auch dort sind die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ins Leere gelaufen – Verfahren eingestellt.

Von Holger Benecke

Mit welcher brachialen Gewalt die Täter vorgegangen sind, lesen Sie auch in der Altmark-Zeitung.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare