61 ehemalige Ringer und Übungsleiter feierten im Salzwedeler Freizeitcenter Jeetze 37 ein freudiges Wiedersehen

Erinnerungen an gute alte Zeiten

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ann Salzwedel. Geballte Ringerkompetenz versammelte sich am Sonnabend im Freizeitcenter Jeetze 37 und feierte nach über 40 Jahren ein freudiges Wiedersehen.

Denn der Pretzierer Bernd Jakubowski hatte gemeinsam mit Thomas Rathsack, Steffen Gäbel, Bernd Scheider, Harald Jamko und Andreas Peto ein Treffen der früheren Aktiven, Trainer und Betreuer der Armeesportgemeinschaft Vorwärts (ASG) und des Trainingszentrums Ringen Salzwedel organisiert.  

Jens-Uwe Hanke brachte ein Original Trikot aus dem Jahr 1980 mit und erfreute damit Bernd Jakubowski sichtlich.

„Es sind alle da, die wir sehen wollen. Der Aufwand hat sich gelohnt“, begrüßte Jakubowski die 61 Ehemaligen. Einer fehlte aber: Roland Kroos, der Vater der Fußball-Profis Toni (Real Madrid) und Felix Kroos (1. FC Union Berlin). Der Trainer des Fußball-Verbandsligisten Greifswalder FC sagte aus terminlichen Gründen ab. Er gehörte während seiner Salzwedeler Armeezeit auch zum Ringer-Trainerstab. Aus vielen Teilen Deutschlands waren die früheren Aktiven und Übungsleiter angereist. So unter anderem aus Gütersloh, Leipzig, Güstrow, und dem Großraum Dresden, Chemnitz und Erfurt. Unter den Gästen war auch Dietmar George. Der frühere Salzwedeler wurde 1979 als Achtklässler zur Sportschule Frankfurt/Oder delegiert und war mit zwei DDR-Meistertiteln, vier Silbermedaillen und dreimal Bronze sowie einigen internationalen Medaillen der erfolgreichste Salzwedeler Ringer. Heute lebt er in Velpke bei Wolfsburg.

Ganz herzlich konnte Bernd Jakubowski Jens-Uwe Hanke in die Arme nehmen. Der gebürtige Dährer wohnt seit Mitte der 1980er-Jahre in Güstrow und zählte früher zu den aktiven Ringern. Er hatte ein Trikot aus seiner Kinderzeit in bekannten gelb-roten Armeefarben mit der schwarzen Aufschrift ASV Ringen Salzwedel mitgebracht und überreichte es dem Cheforganisator. Der Leipziger Ingo Jungmann leistet von Dezember 1988 bis Februar 1990 seinen Grundwehrdienst in der Jeetzestadt ab und arbeitete als Übungsleiter im Trainingszentrum Ringen. Er hatte aus dieser Zeit ein Fotoalbum zusammengestellt, dass im regen Interesse der Ehemaligen stand.

1986 war Baubeginn der Ringerhalle

Darin blätterten auch die beiden Salzwedeler Gerhard Krause und sein Neffe Gordon. Während Gerhard beim Bau der Ringerhalle hinter der Lessingsporthalle von 1986 bis 1987 kräftig mit Hand anlegte, stand Gordon einige Jahre auf der Matte. Der Besuch der Ringerhalle sowie des früheren Armeestützpunktes auf dem Fuchsberg und eine Stadtführung rundeten das Wiedersehen ab. Die Idee zur Zusammenkunft entstand im Vorjahr als Bernd Jakubowski zu einem Ringertreffen aller ehemaligen Übungsleiter am 12. November in Taucha (Leipzig) eingeladen wurde. Einen Tag nach Terminbekanntgabe rief ihn Bernd Scheider an und teilte ihn mit, dass er am 11. November eine Zusammenkunft in Salzwedel mit ehemaligen Ringern plant. Bei dieser Veranstaltung wurde der Gedanke geboren, ein Treffen mit allen Ehemaligen zu organisieren.

Ingo Jungmann (l.) hatte sein Fotoalbum aus seiner Salzwedeler Zeit mitgebracht. Gordon und Gerhard Krause (r.) schauten rein.

Weil 2007 der Ringersport aufhörte zu existieren, entschieden sich die Verantwortlichen auch den Termin auf den Sonnabend zu legen. Für Bernd Jakubowski war die Veranstaltung Anlass, die Erfolgsgeschichte des Ringersports bis zur Auflösung des Vereins vor zehn Jahren wieder ins Gedächtnis der Anwesenden zurückzurufen. „1975 wurde das Trainingszentrum Ringen der ASG Vorwärts Salzwedel gegründet. Erste Übungsleiter waren Otto Weber, Burkhard Steffen und Olaf Küssner. TZ-Leiter wurde Gerhard Heinemann und trainiert wurde in der Kollwitz- und Marx-Sporthalle sowie im Tanzsaal im Hotel „Union“, erinnerte Bernd Jakubowski. Er selbst wurde 1976 verantwortlicher Übungsleiter, da Otto Weber in die Reserve versetzt wurde. „Sobald ich mitbekam, dass ein Ringer eingezogen wurde, habe ich darauf hingewirkt, dass er in Salzwedel eingesetzt wird. Die Soldaten, die es betraf, waren froh, denn in der Jeetzestadt konnten sie als Übungsleiter fungieren und ihren Sport weiterhin ausführen“, so Jakubowski weiter.

563 Mal Gold, 618 Mal Silber, 497 Mal Bronze

In der Zeit von 1975 bis 1990 waren insgesamt 40 Soldaten in Salzwedel als Übungsleiter tätig. „Alles gestandene Ringer, die unseren jungen Sportlern sehr viel vermitteln konnten“, schätzt der Cheforganisator die Situation noch heute als sehr wertvoll ein. Von 1976 bis 1988 gingen Salzwedeler Sportler bei 313 Wettkämpfen an den Start und gewannen 563 Mal Gold, 618 Mal Silber und 497 Mal Bronze. Zwölf Sportler fanden den Weg zur Kinder- und Jugendsportschule nach Frankfurt/Oder und Halle/Saale.

Chronologisch listete der Pretzierer jedes Jahr auf. Mit der Wende erfolgte im März 1990 auch die Umbenennung in Interessenvereinigung Ringen Salzwedel, deren Vorsitz Jakubowski von 1993 bis 2002 innehatte und dann bis zur Vereinsauflösung 2007 an Bernd Scheider übergab. Auch wenn es seit zehn Jahren keinen Ringersport mehr in Salzwedel gibt, lebte die Sportart am Sonnabend wieder auf und alle waren sich einig, dass es in zehn Jahren erneut ein Treffen geben sollte. Besonders als alle in den Abendstunden das Ringerlied sangen.

Ehemalige aktive Ringer, Trainer und Betreuer trafen sich zum Teil nach 40 Jahren im Salzwedeler Freizeitcenter wieder, um über gute alte Zeiten zu plaudern. Die Teilnehmer reisten aus Thüringen, Sachsen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg an. Neben der Veranstaltung gab es einen Besuch in der Ringerhalle und dem früheren Armeestandort am Fuchsberg sowie einen Stadtrundgang.

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Die Teilnehmer:

Jens Adler, Enrico Beug, Frank Beyer, Jürgen Biermann, Jörg Blankenburg, Frank Borchert, Jürgen Diekmann (Senior), Steffen Gäbel, Dietmar George, Thomas Geske, Thomas Glätzer, André Göldner, Dirk Goral, Lutz Goral, Maik Grimm, Raimo Günther, Jens-Uwe Hanke, Gerd Held, Guido Henle, Jörg Hepach, Bernd Jakubowski, Tino Jakubowski, Harald Jamko, Ingo Jungmann, Roland Karsch, Peter Kazior, Heiko Klähn, Olaf Korte, Dennis Koslowski, Thomas Krahn, Gerhard Krause, Gordon Krause, Dirk Kretlow, Heiko Kretlow, Steffen Künzel, Udo Lenhard, Maik Marché, Dennis Michaels, Peter Nieber, Andreas Peto, Guido Philipp, Axel Popke, Guido Rappholz, Thomas Rathsack, Frank Rettig, Heiko Ribbecke, Uwe Richter, Steffen Romatschke, Helfred Schmuhl, Jörg Schneider, Norman Schulz, Stephan Seeger, Gunnar Sielaf, Hans-Joachim Spröte, Dirk Stahlberg, Heiko Stahlberg, Frank Thiede, Torsten Titze, Bernd Weller, Mario Wille und Jörg Wruck.

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