„Bei mir fällt ,Weihnachten im Schuhkarton‘ nicht aus“ / 114 Pakete gepackt

Erika Pohlmann aus Salzwedel trotzt der Pandemie

114 Pakete hat Erika Pohlmann zu Martin Thurm nach Stendal und damit auf den Weg gebracht.
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114 Pakete hat Erika Pohlmann zu Martin Thurm nach Stendal und damit auf den Weg gebracht.
  • Holger Benecke
    vonHolger Benecke
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Salzwedel – Die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ wurde im Altmarkkreis Salzwedel in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie abgesagt (wir berichteten). „Damit wollte ich mich nicht abfinden“, sagt Erika Pohlmann.

Seit 19 Jahren brennt die ehemalige Leiterin des Binder Kindergartens für das Projekt. Angefangen hat sie damals mit 64 Paketen für Kinder in den ärmeren Regionen der Welt. Im vergangenen Jahr waren es dann schon beachtliche 140 Kartons.

Weihnachten im Schuhkarton ist die weltweit größte Geschenkaktion für Kinder in Not. Seit Mitte der 1990er-Jahre wird diese organisiert. Jedes Paket, unterschiedlich gepackt für Jungen und Mädchen in entsprechenden Altersgruppen, beinhaltet unter anderem Spielzeug, Hygieneartikel, Wintersachen und Süßigkeiten.

Aktion muss lange vorbereitet werden

Dort wohnt nicht der Weihnachtsmann, sondern Erika Pohlmann. Überall in ihrem Haus standen die Pakete für Kinder in armen Regionen dieser Welt zum Versand bereit.

Die Pakete gehen nach Rumänien, Moldau, Serbien oder Kasachstan. Da solche Aktionen lange vorbereitet werden, wurde Erika Pohlmann vom pandemiebedingten Ausfall von „Weihnachten im Schuhkarton“ komplett überrascht. Bei ihr zu Hause stapelten sich bereits Süßigkeiten, Zahnbürsten, Stricksachen, Plüschtiere und andere Dinge, die ihr ihre Helfer vorbeigebracht hatten. „Darunter sind auch viele meiner ehemaligen Kindergartenkinder, die jetzt schon erwachsen sind“, freut sich Erika Pohlmann ganz besonders.

Deshalb schaute sich die 68-Jährige um, wo die Aktion trotz Corona läuft. Hilfe bekam sie bei ihrer Kirchengemeinde in Salzwedel. St.-Georg-Pastor Joachim Thurn vermittelte den Kontakt zur Familie Thurm nach Stendal. Denn im Nachbarkreis läuft „Weihnachten im Schuhkarton“ trotz Pandemie.

Ohne Sponsoren und Helfer geht es nicht

So holte Erika Pohlmann ihre fleißigen Mitstreiter zum Paketepacken zusammen. „Ich danke den vielen Helfern und Sponsoren“, sagt sie. Diese Art Hilfe für Kinder sei ihr und ihren Unterstützern eine Herzensangelegenheit. Etwas abgeben und dann als Rückmeldung erleben, wie Kinder sich freuen. „Genau das ist es, was mich antreibt“, sagt Erika Pohlmann und ihre Augen strahlen, als wäre sie eines der Kinder, die am Heiligen Abend eines der Pakete öffnen.

Insgesamt 114 der freudenbringenden Boxen sind es in diesem Jahr trotz Corona geworden. Diese hat die rührige Rentnerin nach Stendal gefahren und damit auf den Weg gebracht. Begleitet von Herzens- und Segenswünschen von ihr und ihren Helfern.

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