Erfolgsgeschichte mit der Note 1,0

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Dr. Nicolas Nowack schaut gern in den Therapiegruppen vorbei: Hier bringt Diätköchin Beatric Weiß (2.v.l.) den Patienten auf spielerische Weise das Thema Ernährung näher.

Salzwedel. „Ich hatte ein Konzept und der Bedarf war da.“ So trat der Hamburger Dr. Nicolas Nowack vor 15 Jahren als 34-Jähriger in Salzwedel an. Sein Konzept wurde eine Erfolgsgeschichte, die bundesweit und international Beachtung findet. Erst recht, seit das Zentrum für Soziale Psychiatrie (ZSP) schwarz auf weiß bescheinigt bekommen hat, hervorragend zu arbeiten.

Jährlich werden die Pflegeeinrichtungen vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) einer bundesweit nach einheitlichen Kriterien ablaufenden Qualitätsprüfung unterzogen. „Unangekündigt“, wie Dr. Nowack betont. Geprüft wurden vier Bereiche der „Stationären Pflege“. Nicht nur in der Theorie, sondern auch mittels Patientenbefragungen. Diese Ergebnisse werden von den Pflegekassen veröffentlicht und gelten als Qualitätsspiegel. „Wir hängen die Tafel sehr gern aus“, freut sich Dr. Nowack, denn seine Einrichtung hat in allen Bereichen die Höchstnote 1,0 erreicht. Und: Auch bei der Patientenbefragung (82 Fragen) gab es durchweg die 1,0. Nicht nur daran macht der ZSP-Chef fest, dass das Heim Anfragen aus allen Teilen der Bundesrepublik und sogar aus dem Ausland hat. „Es gibt immer eine Warteliste“, fügt der Leiter an. Meist seien es alte Leute, die physisch und psychisch bedingt Hilfe im Alltag brauchen. Aber auch jüngere Menschen, zum Beispiel nach einem schweren Unfall oder Schlaganfall, sind im ZSP, das über 100 Plätze, davon 30 in der stationären Pflege, hat, an einer guten Adresse. Dabei geht es nicht nur um die medizinisch und sozial notwendige Betreuung, sondern auch um die Rehabilitation, sprich die Wiedereingliederung in die Gesellschaft. „Wir haben die fachärztliche Kompetenz“, unterstreicht Dr. Nowack. Er freut sich, dass sein ausgefeiltes Konzept Früchte trägt und verweist auf ein weitreichendes Netzwerk aus Weiterbildung, Koordination, Ausbau der Leistungen und Therapieangeboten. „Es schließt als Gerüst alle Stufen bis zur Wiedereingliederung ein“, betont er. Dazu kann das ZSP in Salzwedel auf Kooperationen mit dem „Haus Mittendrin“, dem „GRIPS“-Projekt (Arbeit und Reha) und „Horizont“ (ambulante Hilfen) verweisen. Damit umfasst die Angebotskette alles von der voll- über die teilstationäre Betreuung bis zur ambulanten Hilfe.

„Wir nehmen auch Patienten mit Depressionen auf“, schildert der Arzt und verweist darauf, dass inzwischen jeder zehnte Bundesbürger daran leidet. Und Menschen mit Suizidgefahr: 15 Prozent der Alkoholkranken und Depressiven sterben durch Suizid. An erster Stelle bei der Entscheidung zur Aufnahme stehe die Frage, ob und inwieweit dem Klienten geholfen werden kann. Soziale Therapie ist für Dr. Nowack ein wichtiges Stichwort, das im ZSP in der Gemeinschaft durch Kunst, Musik und werktechnische Angebote ausgefüllt wird. Nicht zuletzt durch einen Pool an beratenden und schulenden Mitarbeitern.

Der Chef des Zentrums für Soziale Psychiatrie ist froh, dass sein Konzept aufgegangen ist. Und nun bundesweit noch stärker wahrgenommen wird. „Ich danke den Mitarbeitern, die es mit mir umsetzen, sehr“, sagt ein zufriedener Dr. Nicolas Nowack.

Von Ulrike Meineke

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