Bürger melden Erschütterungen / Letztes Ereignis im Oktober 2012

Erdbebengefahr in der Altmark?

+
Mit einem Seismograph wird die Intensität von Erdbeben gemessen. Dabei schlägt die Nadel je nach Heftigkeit des Bebens aus.

ct Altmark/Magdeburg. Erdbebengefahr im Altmarkkreis? Die Grünen im Landtag machen sich Sorgen und stellten daher eine „Kleine Anfrage“ an die Landesregierung, mit der sie Ursachen von Erschütterungen in der Region auf den Grund gehen wollen, die Bürger gemeldet hatten.

Das Resümee der Antworten des Ministeriums für Wissenschaft und Wirtschaft: „Im Gebiet Sachsen-Anhalts gab es in der Altmark in den Jahren 2010 bis 2013 keine messbaren seismischen Ereignisse.“ Und: „Die Altmark gehört nicht zu den tektonisch beanspruchten Gebieten. Sie ist seismologisch fast nicht aktiv ... Schadensbeben sind in der Altmark nicht bekannt und nicht zu erwarten.“ Die einzige messbare Erschütterung in den vergangenen Monaten sei am 28. Oktober 2012 außerhalb der Landesgrenze, etwa fünf Kilometer nördlich von Salzwedel, in fünf Kilometern Tiefe registriert worden. Mit einem Wert von 1,4 auf der Richterskala blieb die aber unter der menschlichen Fühlbarkeitsschwelle.

Das Ministerium schließt aus, dass die Wahrnehmungen der Bürger, die am 21. September bei Maxdorf Erschütterungen gespürt haben, auf seismischer Aktivität beruhen. Seit dem Jahr 1980 habe es in der Altmark insgesamt sechs messbare Minibeben gegeben, die alle Auswirkungen des Bergbaus waren. „Eine Zunahme seismischer Ereignisse seit 1980 kann nicht bestätigt werden“, berichtet das Ministerium. Mit Magnituden (Maß für die Stärken von Erdbeben) unter 3 sei die Seismizität der Altmark vernachlässigbar gering. Sorgen, salzhaltiges Tiefen- und Grundwasser könnten durch leichte Beben in Berührung kommen und vermischt werden, seien unbegründet. Für die Gebäude und die verschlossenen Bohrlöcher in der Region gebe es ebenfalls keine Gefahr.

„Ein seismisches Ereignis der Magnitude 2,6 würde selbst in einer nur kurzen Entfernung von 1000 Metern zu einer Schwinggeschwindigkeit von rund 1 Millimeter/Sekunde führen. Selbst an älteren, denkmalgeschützten Gebäuden wäre das erst ab Schwinggeschwindigkeiten von 8 mm/s zu erwarten“, heißt es in der Antwort auf die Anfrage. Eine fest im Gebirge eingespannte Zementplombe zur Verfüllung eines Bohrloches vertrage wesentlich stärkere Erschütterungen als freistehende Gebäude. „Geringe Erschütterungen der Magnitude 2,6 reichen nicht aus, die Verfüllung eines ordnungsgemäß zementierten Bohrlochs zu schädigen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare