IM GERICHT In der Nacht vom Weihnachtsmarkt gestohlen

Entführer der Salzwedeler Schneekönigin zu Geldstrafe verurteilt

Die Schneekönigin verschwand 2019 kurz vom Weihnachtsmarkt.
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Die Schneekönigin verschwand 2019 kurz vom Weihnachtsmarkt.

Salzwedel – Im Salzwedeler Amtsgericht mussten sich gestern zwei Männer wegen der im Dezember 2019 verschwundenen Schneekönigin behaupten. Zu ihrem Glück fiel das Urteil von Richter Klaus Hüttermann am Ende milde aus.

Die Schneekönigin-Figur war am 8. Dezember 2019 von den beiden 25-Jährigen vom Weihnachtsmarkt auf dem Rathausturmplatz gestohlen worden.

Die beiden gelernten Kfz-Mechatroniker hatten sich zuvor mit Freunden in einer Kneipe getroffen und waren laut eigener Aussage „stark alkoholisiert“ gewesen. Gegen 3 Uhr nachts befanden sich die jungen Männer dann auf dem Weg zu einem ihrer Kumpels und kamen dabei an der 1,80 Meter großen und rund 70 Kilogramm schweren Schönheit vorbei. Sie entschieden sich, kurzerhand die Dame mit nach Hause zu nehmen. Erst im Hausflur fiel den Angeklagten auf, dass es Probleme bei Treppe und Haustür gab. So wurde die Schneekönigin einfach über Nacht im Treppenhaus stehen gelassen.

Erst am darauffolgenden Tag kam den 25-Jährigen dann doch der Gedanke, sie könnten etwas falsch gemacht haben. So luden die Angeklagten die Eisdame in einem Gebüsch im Birkenwäldchen ab, statt sie zurückzubringen. Eine Spaziergängerin bemerkte kurz darauf die Dame in Weiß und meldete den Fund der Polizei.

Im Gericht sah Richter Hüttermann den beiden jungen Männern nach. „Sie waren mehr Mitläufer als Haupttäter, haben schnell reinen Tisch bei der Polizei gemacht und waren alkoholisiert“, fasst er die Vergehen zusammen. Die Staatsanwältin war für eine Geldstrafe. Der Vorschlag vom Amtsrichter daraufhin: 200 Euro müsse jeder der zwei Angeklagten innerhalb von sechs Wochen an das Frauenhaus in Salzwedel überweisen. So wollte Hüttermann Vorstrafen der sonst polizeilich unauffälligen Täter vermeiden. Die Staatsanwältin ging da mit. lz

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