Zehn Gebiete auf der Liste potenzieller Standorte

Endlager-Suche: Altmark im Fokus

Gorleben ist raus, aber Waddekath, Jahrstedt, Lüge-Liesten, Meßdorf, Poppau, Ristedt, Bonese und Nettgau stehen als Untersuchungsgebiete auf der Liste.
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Gorleben ist raus, aber Waddekath, Jahrstedt, Lüge-Liesten, Meßdorf, Poppau, Ristedt, Bonese und Nettgau stehen als Untersuchungsgebiete auf der Liste.

Altmark/Magdeburg – Jetzt ist es raus: Die Altmark steht bei der Suche nach einem Atommüll-Endlager im Fokus. In dem gestern von der Bundesgesellschaft für Endlagerung veröffentlichten Zwischenbericht sind 23 Gebiete in Sachsen-Anhalt aufgeführt, die dafür infrage kommen. Davon befinden sich zehn im Norden des Landes.

Bereits am Wochenende war durchgesickert, dass Waddekath auf der Liste steht. Die potenzielle Fläche dort ist 19 Quadratkilometer groß. Außerdem kommt ein 31 Quadratkilometer großer Bereich im Allertal zwischen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt in Betracht. Bei Jahr-stedt umfasst das Untersuchungsgebiet neun Quadratkilometer, bei Lüge-Liesten 26, bei Meßdorf 34 und bei Poppau 7 Quadratkilometer. Außerdem stehen Ristedt (21 Quadratkilometer), Bonese (6) und Nettgau (8) auf der Liste. Die Gebiete überlagern sich teils. So wären Teile der Altmark auch vom rund 3000 Quadratkilometer großen Gebiet der Subherzynen-Mulde sowie des 19 Quadratkilometer umfassenden Offlebener Sattels betroffen.

Die Fläche der Teilgebiete in Sachsen-Anhalt beträgt zusammen 12 263 Quadratkilometer und umfasst damit mehr als die Hälfte der Landesfläche. Bundesweit wurden 90 solcher Gebiete benannt. Nicht dabei sind das benachbarte Gorleben und der Schacht Morsleben, wo bereits leicht radioaktive Abfälle endgelagert werden. Die Liste gibt noch keinen Aufschluss über mögliche Prioritäten. Die potenziellen Standorte werden nun weiter untersucht.

Die Grünen unterstützen einen offenen und transparenten Prozess für die Suche nach einem Endlager. Nach dem Ausschlussprinzip soll durch einen breit getragenen Prozess bis 2031 der am besten geeignete, sicherste Standort gefunden werden. Die Linken fordern, Sachsen-Anhalt komplett aus der Liste zu nehmen. „Ich bin mir sicher, dass die fachlichen Gründe, die gegen die Standorte in der Altmark sprechen, Bestand haben werden“, gibt sich Uwe Harms, bergbaupolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, zuversichtlich, dass die Region letztlich nicht in Betracht kommt. VON CHRISTIAN WOHLT

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