Tauwetter nach zwei Tagen Vergnügen / Kaum Zuspruch

Eisbahnträume lösen sich auf

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Salzwedels Eisbahn kam – wieder einmal – zu spät. Sonntag begann es, seit gestern gibts massives Tauwetter. Es kamen nur wenige Wintersportbegeisterte, aber auch einige wenige Vandalen, die ein Loch in die Bahn hackten.

Salzwedel. Nach einem knackigen Winter, der die Temperaturen teilweise bis zwölf Grad minus in den Keller trieb, gab die Stadt die Salzwedeler Skateranlage zum Wochenende als Eisbahn frei. Allerdings nutzten nur wenige Hansestädter das Angebot.

Bereits am Sonntag setzte Tauwetter ein. Nun wird es zum Ferienbeginn am 1. Februar wieder warm.

Eine Eisbahn war in den vergangenen Jahren immer wieder Thema im Stadtrat. Meist wurde erst nach der Frostperiode über die vertane Chance diskutiert. Auch der Versuch mit einer holprigen Eisfläche an der Lokschuppenbrücke, der Anfang 2010 auf Druck der Stadträte gestartet wurde, lockte nur wenige Salzwedeler aufs Eis. Vielen fehlt zum winterlichen Rutschvergnügen ein Angebot wie Glühweinbuden, Waffelverkäufer und ähnliches.

Dann wurde eine Salzwedeler Eisbahn komplett auf Eis gelegt. Oberbürgermeisterin Sabine Danicke hatte dem Stadtrat den Vorschlag unterbreitet, eine Eisbahn mit Kühlschlangen anzulegen, sodass die Piste wetterunabhängig betrieben werden könnte. Doch dazu hätte sie „richtig Geld in die Hand nehmen müssen“, sagte Danicke Ende 2010. Rund 60 000 Euro hatte das Bauamt ausgerechnet, wären dafür nötig. Hinzu kämen die Stromkosten. Und das ist der Knackpunkt. Kollegen aus Uelzen hatten damals dem Salzwedeler Stadtoberhaupt geraten: „Lass die Hände davon, die Stromkosten fressen dich auf“, berichtete Danicke. Und verwies auf die Konsolidierung.

Stadtteil-Bürgermeister Dr. Ulrich Ungewickell wollte damals einspringen. Zusammen mit seiner Feuerwehr und den Sportlern wurde ein Areal neben der Sportanlage in Ritze überschwemmt. Da jedoch von der Stadt keine Unterstützung kam, wie Ungewickell seinerzeit bedauerte, drehten die Chüdener den Hahn wieder zu. Und so scheiterte auch dieses Vorhaben.

Doch für dieses Jahr gibt es noch ein wenig Eisbahn-Hoffnung. AZ-Wetterexperte Reinhard Zakrzewski – kurz Zaki – schaute schon einmal voraus und prognostiziert ab Mitte Februar einen ein- bis zweiwöchigen Wintereinbruch mit Eisbahntemperaturen.

Von Holger Benecke

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