Sturm wütete in der Region Gardelegen besonders stark

154 Einsätze innerhalb 13 Stunden

Bergeweise Äste und Laub blieben übrig. Besonders betroffene Bereiche wurden mit Flatterband abgesperrt.
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Bergeweise Äste und Laub blieben übrig. Besonders betroffene Bereiche wurden mit Flatterband abgesperrt.
  • VonChristian Ziems
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Altmarkkreis. Kein Gebiet in der Altmark war am Donnerstag so extrem vom schweren Unwetter betroffen wie die Einheitsgemeinde Gardelegen. Dies geht aus der gestern veröffentlichten Statistik der Leitstelle hervor. 37 Einsätze gab es dort.

In der gesamten Altmark wurde 154 mal alarmiert, im Altmarkkreis 83 mal.

Dabei handelte es sich vor allem um umgefallene oder beschädigte Bäume (siehe Infokasten). Die Feuerwehren hatten bis in die Nacht zum gestrigen Freitag zu tun. Die ersten Ehrenamtlichen rückten gegen 13 Uhr aus. Die Hauptlast war bis 16 Uhr abgearbeitet. 120 Einsätze stehen für diesen Zeitraum altmarkweit in der Statistik.

Kettensäge und Muskelkraft waren bei den Feuerwehren gefragt. Die Bäume wurden durch den Sturm teilweise so beschädigt, dass Äste auf Autos auf der gegenüberliegenden Straßenseite flogen.

Darunter waren auch einige ungewöhnliche Situationen. So fiel ein großer Ast in den Gardelegener Lausebach und staute diesen an. Dorfbewohner hatten im Altmarkkreis zudem mit vollgelaufenen Kellern zu kämpfen. Einige Gehölze beschädigten Häuser und Autos. Manchmal wurden die Feuerwehren – die die Aufgaben kontinuierlich abarbeiteten – auch tätig, wenn die betroffenen Bäume noch standen. Und zwar bei gefährlichen Schräglagen.

Ähnliche Probleme gab es im Landkreis Stendal. Dort wurden zwar weniger Einsätze (71) registriert, doch diese unterschieden sich mit Blick auf den Altmarkkreis. Ein Blitz krachte in ein Haus (Klein Ellingen), der Dachstuhl brannte. Im Möllenbecker Schwimmbad fing eine Stromleitung Feuer. In Dequede hielt ein Straßen- und in Krüden ein Telekommast den Belastungen nicht stand.

Von Christian Ziems

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Auf einen Blick 

In folgenden Orten des Altmarkkreises fielen Bäume um oder brachen auseinder: Arendsee, Lohne, Ellenberg, Apenburg, Diesdorf-Dähre, Rohrberg, Neumühle, Tangeln, Deutschhorst, Audorf, Kuhfelde, Bornsen, Miesterhorst / Kolonie Krüger, Kahnstieg, Gardelegen, Letzlingen, Mieste, Sachau, Dannefeld, Solpke, Potzehne, Zichtau, Lindenthal, Breitenfeld, Jävenitz, Dannefeld, Trüstedt, Sachau, Breitenfeld, Wernitz, Bühne, Packebusch, Jemmeritz, Brunau, Butterhorst, Vienau, Kunrau, Röwitz, Böckwitz, Steimke, Jahrstedt, Salzwedel, Chüttlitz, Brietz, Pretzier, Klein Gartz, Stappenbeck, Kricheldorf und Seeben.

In folgenden Orten wurden Stromleitungen beschädigt: Wötz, Audorf, Jävenitz, Mieste und Quarnebeck. In Breitenfeld wurde eine Telefonleitung beschädigt.

In folgenden Orten gab es Überschwemmungen: Tangeln, Weteritz, Wiepke, Breitenfeld und Quarnebeck.

Weitere Einsätze: Unklare Rauchentwicklung in Diesdorf und ein umgestürtzter Pkw-Anhänger nahe Pretzier auf der B190.

Bäume über Bäume: Die Sturmschäden im Drömling

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