Einfach einzigartig

Michael Hilger (l.) und Karl-Heinz Reck von der Fraktion Freie Liste wollen, dass Salzwedel „Erste deutsche Baumkuchenstadt“ wird, um mit dieser Einzigartigkeit zu werben.

Salzwedel - Von Holger Benecke. „Erste deutsche Baumkuchenstadt“ – diesen Titel soll Salzwedel künftig führen. Einen Antrag für die Werbemarke, die der Stadt noch mehr Touristen bescheren soll, hat die Fraktion Freie Liste gestern an den Stadtrat gestellt.

„Um Salzwedel in den Fokus zu rücken, braucht es ein klares Profil.“ Das sehen Karl-Heinz Reck und Michael Hilger, die gestern für die Freie Liste sprachen, in dem Markennamen „Erste deutsche Baumkuchenstadt“. Ein entsprechender Antrag ging an Stadtrat und Fraktionschefs. Mit zwei Baumkuchenbäckerinnen hat Reck gesprochen. Diese wären bereit, Schilder und ein Denkmal zu finanzieren. Lediglich der Standort von Letzterem ist noch unklar.

Außerdem müsste auch ein Baumkuchenmuseum in die Stadt und nicht vor deren Tore, machte Reck deutlich. „Und wir müssen schnell sein, denn Wernigerode strebt einen ähnlichen Titel an. ,Zweite deutsche Baumkuchenstadt‘ brauchen wir uns nicht mehr nennen“, so Reck.

Die Fraktion will die Einzigartigkeit der Stadt für ein touristisches Marketing in den Mittelpunkt rücken. „Bauchladenmentalität getreu dem Motto ,Ein bisschen hiervon, ein bisschen davon ...‘ hilft hier absolut nicht weiter“, machte Reck mit Blick auf das Marketingkonzept der Stadt deutlich.

Auch das einseitige Ausrichten auf die Hanse, wie es Bürgermeisterin Sabine Danicke tue, lehnt die Fraktion ab. „Irrwege kosten Geld und bringen nichts ein“, so Reck. Hanse sei nichts Einzigartiges. Es gäbe 99 Hansestädte in Deutschland. Reck zog das neueste Standardwerk „Die Hanse“ von 2009 zu Rate. Darin wird Salzwedel drei Mal erwähnt – in zwei Aufzählungen und einmal als Unterstützer englischer Tuchweber, die Billigware in den Hanseraum bringen wollten, „ähnlich der Chinesen heute“, sagte Reck.

Ähnlich Fachwerkstadt: Davon gäbe es mindestens 500. Reck kritisierte, dass im am Tag zuvor unterzeichneten Tourismuswirtschaftskonzept mit Arendsee das Fachwerk für Salzwedel als übergeordnetes Thema eingestuft wird. „Das, nachdem die Stadt kurz zuvor aus der Deutschen Fachwerkstraße ausgetreten ist“, monierte Reck. Und weiter: Dies sei, wie auch andere dem Tourismus förderliche Maßnahmen mit der Konsolidierung abgeschafft worden. „Wenn man nicht weiß, wo es mit Salzwedel hingehen soll, kommt man zu solchen Entscheidungen“, blickt Reck nun in Richtung „Erste deutsche Baumkuchenstadt“.

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