Tipps von Salzwedels Wehrleiter Wolfgang Nieswandt / Achtsamer Umgang mit Böllern

Für eine sorgenfreie Partynacht

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Sieht zwar schön aus, kann aber gefährlich werden. Raketen und Böller sind keine Spielzeuge. Sie sollten daher nicht in der Nähe von Menschen gezündet werden.

Salzwedel. Der Verkauf von Silvesterraketen und Böllern hat begonnen. Einigen kann es dabei nicht laut genug krachen, die Raketen nicht hoch genug steigen. Doch Käufer sollten darauf achten, dass sie nur für Deutschland zugelassene Produkte kaufen.

Dies ist erkennbar am Prüfaufdruck, der BAM-PI oder BAM-PII lautet. Silvesterböller und -raketen, die den Aufdruck PII tragen, dürfen übrigens nur an Personen ab 18 Jahren verkauft werden.

Salzwedeles Wehrleiter Wolfgang Nieswandt kann nicht eindringlich genug vor so genannten „Polen-Böllern“ warnen. „Diese können sehr gefährlich werden“, so der Brandbekämpfer. Denn oft ist dort eine größere Menge Schwarzpulver enthalten, als erlaubt. Doch auch ein Silvesterkracher, der das Prüfzeichen trägt, ist kein Spielzeug. Verbrennungen, Schäden an den Augen oder am Gehör sind einige der Gefahren, die beim falschen Gebrauch der Böller auftreten können. Ganz zu schweigen von der Brandgefahr.

„Auf jeden Fall sollte Abstand gehalten werden“, so Wolfgang Nieswandt. Immerhin ist im beliebten Silvesterböller Sprengstoff enthalten. Wegen der kurzen Dauer der Schallwirkung nehmen die meisten Menschen den Lärm von Krachern und Böllern leiser wahr, als dieser tatsächlich ist. Doch wenn ein Böller unmittelbar neben einem gezündet wird, ist ein Schallpegel von über 160 Dezibel schnell erreicht. Das ist lauter als ein Presslufthammer.

Was oft vergessen wird, ist auch die Absicherung gegen Funkenflug oder ähnlichem. Daher empfiehlt der Fachmann: „Ein Eimer mit Wasser oder ein Feuerlöscher sollte immer griffbereit sein.“ Auch hat Wolfgang Nieswandt kein Verständnis für das Abfeuern von Raketen in der Nähe von Fachwerkhäusern oder Kirchen. „Das ist sehr gefährlich und darum auch verboten“, machte er deutlich (die AZ berichtete).

Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, doch gerade im Feiertrubel schnell vergessen: Derjenige, der Raketen abfeuert oder Böller zündet, sollte nüchtern sein. Denn unter Alkoholeinfluss neigen Menschen schnell zu leichtsinnigen Handlungen. Beim Abschießen darauf achten, die Raketen nur senkrecht zu starten. „Niemals aus der Hand!“, warnte Wolfgang Nieswandt. Die Silvesterraketen am besten in eine Flasche stellen, die auf einem stabilen Untergrund aufgebaut ist. Idealerweise in einer ansonsten leeren Getränkekiste. Übrigens ist auch das so genannte Tischfeuerwerk kein harmloser Partyspaß. Daher sollte das Abbrennen auch nur unter Aufsicht erfolgen.

Und wenn ein Böller einmal nicht zünden sollte, heißt es: Finger weg. „Auf keinen Fall ein zweites Mal zünden“, rät der Brandbekämpfer. Die Feuerwehren der Hansestadt Salzwedel sind jedenfalls vorbereitet. Die Brandbekämpfer haben bereits vor Monaten ihren Notfallpläne vorbereitet und die Einsatzdienste abgesprochen. Auch wenn Wolfgang Nieswandt natürlich hofft, dass ein Einsatz nicht notwendig werden wird. Egal wie bunt, klein oder groß und egal wie harmlos der Name klingen mag: Feuerwerk ist kein Spielzeug. „Das Abbrennen von Silvesterfeuerwerk gehört in die Hände von Erwachsenen“, so Wolfgang Nieswandt. Falls dann doch etwas passiert ist, sollte auf jeden Fall schnell der Notruf gewählt werden: 112 ruft die Feuerwehr. Die AZ gibt dazu Tipps, welche Versicherung im Ernstfall für was zuständig ist (siehe Infokasten). Doch das Beste ist immer noch, es nicht soweit kommen zu lassen. „Mit ein bißchen Überlegen ist viel zu verhindern“, so Wolfgang Nieswandt.

Von Andreas Köhler

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