Trotz anders lautender Beschlüsse: Freibad öffnet länger und wird beheizt

„Eine Kostenfrage“

Laut Stadtratsbeschluss darf das Salzwedeler Freibad nur im Juli / August und ohne Heizung öffnen. Aber: Dass diese Maßnahmen Geld sparen, war ein Irrglaube. Foto: Archiv / za

Salzwedel. Das Freibad öffnet nur im Juli / August, es wird nicht mehr beheizt: So hat es der Stadtrat Ende 2010 mit dem Konsolidierungskonzept beschlossen. In der Hoffnung, dass diese Maßnahmen Geld sparen.

Das war ein Irrglaube, wie sich spätestens am Ende der 2011er Saison zeigte: 505 400 Euro musste die Stadt für den Bäderbetrieb (Freibad, Schwimmhalle und Waldbad Liesten) zuschießen, obwohl man sich auf eine Obergrenze von 450 000 Euro verständigt hatte. Das Resultat aus dieser Misere: Auch in diesem Sommer hält sich die Stadt nicht an ihre beschlossenen Konsolidierungsmaßnahmen, sondern öffnet das Bad früher und länger – und beheizt es, zumindest für den Anfang.

Konkret: Ab Sonnabend, 26. Mai, öffnet das Freibad am Dämmchenweg (7 Uhr). Die Wassertemperatur wird bei 20 /21 Grad liegen, was nur durch Zuheizen zu erreichen ist. „Das ist immer noch wesentlich preiswerter, als die Schwimmhalle länger zu öffnen und zu beheizen“, begründet Hauptamtsleiter Matthias Holz auf AZ-Nachfrage. Es sei ausschließlich eine Kostenfrage, das Freibad drei Monate zu öffnen und den Betrieb in der Schwimmhalle zu reduzieren.

Gefragt wurde der Stadtrat dazu nicht: „Wir haben das in der Verwaltung so entschieden und den Fachausschuss eingebunden“, so Holz weiter. Wichtig sei, dass das Konsolidierungsziel erreicht werde: keine Erhöhung des Defizits, Erhalt der Bäder. Holz: „Im Rahmen dieser Grenze muss man der Verwaltung diesen Entscheidungsspielraum lassen.“

Einige Zahlen: In der Freibadsaison 2011 kamen 19 000 Gäste und spülten knapp 54 000 Euro in die Stadtkasse. Das geplante Freibad-Minus von 124 000 Euro wurde mit 150 000 Euro überzogen. Die Stadt hatte auch 2011 „sparsam zugeheizt“, denn das Wasser war teils nur 17 Grad kalt.

Von Ulrike Meineke

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