Nach einem Vierteljahrhundert: Tabaksteuer macht Einzelhändlerin den Garaus

Eine Institution muss schließen

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Ende November schließt Ingelore Weingart nach über einem Vierteljahrhundert ihren Tabakladen. Max Pollehn, ehemaliger Salzwedeler Feuerwehrmann, ist bei der Berufsfeuerwehr in Hamburg. In Salzwedel kauft er seine Zigaretten wie immer bei Weingart.

Salzwedel. Kunden staunen über leere Regale im immer gut sortierten Tabak- und Spirituosenladen von Ingelore Weingart. „Ich schließe Ende November. Die wirtschaftliche Lage zwingt mich dazu“, sagt die Salzwedelerin.

Und fügt leise hinzu: „Nach über einem Vierteljahrhundert.“.

Damit verschwindet das letzte Einzelhandelsgeschäft der Kategorie „Tante-Emma-Laden“ aus Salzwedel. Es ist die ständige Preiserhöhung der Tabakwaren, die den kleinen Geschäften zu schaffen macht. „Und die Leute denken immer, wir Händler verdienen daran“, schüttelt Ingelore Weingart den Kopf.

1988 hatte ihr Mann Martin das Geschäft im Nachbarhaus, an der damaligen Straße der Jugend 35 eröffnet, als er „Zigarren-Bode“ übernahm. Nach der Wende zog das Geschäft um und ist seitdem an der Neuperverstraße 37, 29410 Salzwedel . Neben Rauchwaren, geistigen Getränken und Zeitungen war der kleine Laden auch Anlaufpunkt und Kommunikationszentrum mit vielen Stammkunden.

2005 starb Martin Weingart plötzlich und unerwartet. „Nicht mal da habe ich ans Aufgeben gedacht. Ich stand jeden Morgen vor dem Spiegel und habe mir gesagt: Du musst in den Laden, die Kunden warten“, blickt die 61-Jährige auf den größten Tiefpunkt in ihrem Leben und für ihr Geschäft.

Von Holger Benecke

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