Öffentliche Debatte

Eine Frage der Öffentlichkeit: Grüne Wiese soll nicht zugebaut werden

Die Freie Fraktion will keine Podeste und Sitzmöglichkeiten auf dem grünen Teil des Rathausturmplatzes: Vize-Stadtratsvorsitzender Renee Sensenschmidt (l.), Stadträtin Sabine Danicke und Fraktionschef Nils Krümmel.
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Die Freie Fraktion will keine Podeste und Sitzmöglichkeiten auf dem grünen Teil des Rathausturmplatzes: Vize-Stadtratsvorsitzender Renee Sensenschmidt (l.), Stadträtin Sabine Danicke und Fraktionschef Nils Krümmel.
  • Holger Benecke
    VonHolger Benecke
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Die Freie Fraktion hadert mit einem Podest auf der grünen Wiese des Rathausturmplatzes und will das prüfen lassen. Das Vorhaben hätte nach ihrer Meinung öffentlich diskutiert werden müssen. 

Salzwedel – Die Freie Fraktion will den Stadtratsbeschluss zum Rathausturmplatz vom 17. März noch einmal kommunalaufsichtlich und anwaltlich prüfen lassen. Denn: Nach Meinung der Fraktion hätte das Thema öffentlich diskutiert werden müssen. Das hatte Sabine Danicke (Freie Fraktion) bereits in der Stadtratssitzung gefordert. Weil es um Vertragsverhandlungen gehe, sei das nicht möglich, hatte Hauptamtsleiter Matthias Holz damals begründet. Obwohl Danicke diese ebenfalls nicht öffentlich, das Thema an sich aber öffentlich machen wollte.

„Wir sind doch kein Geheimrat“, sagte sie gestern während eines Gesprächs auf dem Platz des Anstoßes zusammen mit ihren Fraktionskollegen Nils Krümmel und Renee Sensenschmidt. Sie hätten überhaupt nichts gegen den Gestattungsvertrag für den vis a vis ansässigen Eishändler Biagio Guzzo. Doch wollen sie Sitzgelegenheiten und Sonnenschirme nicht, auf dem kleinen verbliebenen Stück Wiese. Stattdessen hätte sich der Eishändler auf dem viel größeren, gepflasterten Platz ausdehnen können, ist sich die Fraktion einig. „Die Grünfläche sollte für die Kinder bleiben“, so Vize-Stadtratsvorsitzender Sensenschmidt. „Eigentlich war auf der Wiese auch noch ein Sonnensegel geplant“, ergänzte Danicke.

Doch das hätte öffentlich diskutiert werden müssen, stellt Fraktionschef Krümmel klar. Es habe Jahrzehnte gedauert, den Rathausturmplatz als Platz für die Salzwedeler zu gestalten, erinnerte Sabine Danicke an Bretterzaun und Gelbe Säcke auf dem Areal. Damals seien die Bürger beteiligt worden, rund 30 Vorschläge seien in drei Varianten für den Endausscheid für den Stadtrat geflossen. Dieser hatte das gegenwärtige Aussehen beschlossen. „Wenn das nun geändert werden soll, haben auch dabei die Bürger, denen der Platz gehört, ein Wörtchen mitzureden“, sagte Sabine Danicke. Wie diese Diskussion dann auch immer ausgehe, dem werde sich ihre Fraktion beugen. Aber ein Abstimmen hinter verschlossenen Türen wollen sich die Freien nicht bieten lassen.

Sie erinnerten daran, dass es schon einmal einen Vorschlag zum Bewirtschaften des Platzes von Rosi Lehmann gegeben habe. Diese wollte dort – auf dem gepflasterten Teil – eine Longe einrichten. Auch das sei öffentlich diskutiert worden, was wiederum in einem Variantenentscheid im Stadtrat mündete.

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