Familienpaten starten im Altmarkkreis: Stundenweise Unterstützung

„Es ist eine erweiterte Nachbarschaftshilfe“

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Hilfe bei den Hausarbeiten kann ein Part der Familienpaten sein. Die Ehrenamtlichen sollen aber kein Ersatz für professionelle Hilfe sein. Vielmehr geht es darum, einfache Unterstützung zu leisten.

Salzwedel. Neun Interessenten stehen auf der Liste, die in der Praxis Familien helfen sollen. Die Paten bieten Zeit und Engagement. Sie möchten unterstützen, wenn es nötig ist. Dies kann auch mal kurzfristig geschehen.

Beispiel: Eine Familie mit mehreren Kinder unterschiedlichen Alters haben auch verschiedene Bedürfnisse. Die Eltern sind berufstätig, Großeltern oder weitere Verwandte wohnen nicht in der Nähe. In solchen Fällen können Paten einspringen und mit einigen Kindern etwas unternehmen.

„Es ist eine erweiterte Nachbarschaftshilfe“, unterstreicht Bithja Bergsträßer das Grundprinzip. Gemeinsam mit ihrem Mann Otmar koordiniert sie das Projekt Familienpaten im Altmarkkreis. Beide sind hauptberuflich Prediger der Landeskirchlichen Gemeinschaft in Salzwedel. „Wir kümmern uns gerne auch um die Familienpaten“, sind sich die Theologen einig.

Derzeit führen sie viele Gespräche. Bevor Ehrenamtliche an den Haustüren der Familien klingeln um zu helfen, werden gegenseitige Interessen abgeklopft. Denn Sympathie sollte möglichst von Anfang an vorhanden sein, letztendlich geht es ja um ein Vertrauensverhältnis. „Im Idealfall entstehen dadurch Freundschaften“, wünscht sich Bithja Bergsträßer. Das Projekt soll übrigens keine Konkurrenz zu Tagesmüttern werden. „Wir reden hier nur über ein paar Stunden die Woche“, so Otmar Bergsträßer. Auch Aufgaben des Jugendamtes bleiben weiterhin unangetastet.

Vielmehr geht es darum, schwierige Situationen gleich am Anfang zu entschärfen, bevor daraus größere Probleme entstehen. Im Nachbarlandkreis Stendal ist das Modell bereits zu einem Erfolg geworden. Träger ist der Verein Kinderstärken. Der Salzwedeler Familienhof fungiert im Kreis als Anlaufstelle. „Alles beruht auf Freiwilligkeit“, will das Ehepaar gemeinsam etwas aufbauen und hofft, dass sich das Angebot schnell rumspricht. Neun Paten wurden mit einem Kurs vorbereitet. Auch Fortbildungsveranstaltungen sind geplant, Kosten entstehen für die Teilnehmer nicht. Sie bekommen zudem Fahrtkosten erstattet. Bei der Vermittlung wird darauf geachtet, dass die Strecken nicht zu weit sind.

Unter den neun Freiwilligen sind sieben Frauen. Die Altersstruktur liegt zwischen 40 und 60 Jahren. Weitere Interessenten sind natürlich willkommen. „Neben Paten würden wir uns auch über Sponsoren freuen. Die können ja nie schaden“, schmunzelt der Theologe. Damit Familien über das Angebot Bescheid wissen, wurden Flyer verteilt und Beratungsstellen informiert. Auch das Salzwedeler Jugendamt kann beim Vermitteln unterstützen.

Von Christian Ziems

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