St.-Marien-Gemeinde plant Aufzug und Saalausbau / Hoffen auf Spenden

Ein Zentrum im Herzen der Stadt

Kirche
+
Bis auf Höhe des zugemauerten Fensters (r.) soll der geplante Aufzug reichen.
  • VonArno Zähringer
    schließen

„Es ist und bleibt ein Abenteuer“, sagt Pfarrer Friedrich von Biela von der St.-Marien-Gemeinde. Er und seine Frau Annette, mit der er sich die Pfarrstelle teilt, haben viel vor: Zum einen will der Förderkreis einen Aufzug an die Joachimskapelle anbauen lassen, zum anderen soll das von der katholischen Kirchengemeinde übernommene Gebäude zu einem Stadtteilzentrum St. Marien /Lorenzhof umfassend saniert werden. Bei beiden Projekten steht die Barrierefreiheit im Vordergrund.

Pfarrer Friedrich von Biela.

Salzwedel - Mit dem Aufzug soll auch älteren Menschen der Zugang zur Joachimskapelle ermöglicht werden. Der ist momentan nur über eine schmale Wendeltreppe zu erreichen. Das soll sich ändern, sagt Annette von Biela. Der Saal, dessen Sanierung 2016 abgeschlossen wurde, soll unter anderem für Proben des Chors und des Posaunenchors genutzt werden, erläutert die Vorsitzende des Fördervereins. Allerdings fehlt noch die Genehmigung des Denkmalschutzes. Mit rund 200 000 Euro ist das Projekt veranschlagt, drei Viertel der Kosten sollen als Zuschüsse aus dem Leader-Projekt kommen. „Die restliche Summe wollen wir aus Eigenmitteln und Spenden finanzieren“, sagt Annette von Biela. Der Aufzug soll so angebracht werden, dass er auf Höhe eines zugemauerten Fensters endet und entsprechend der Fassade der Kirche gestaltet wird. Und: „Historische Gebäude erhält man, indem man sie nutzt.“ Zudem soll die Joachimskapelle als Winterkirche genutzt werden. „Es wäre schade, wenn wir das nicht machen könnten.“

Pfarrerin Annette von Biela.

Barrierefreiheit ist auch ein Thema beim Vorhaben Stadtteilzentrum Lorenzhof. „Wir brauchen einen großen Raum“, sagt Friedrich von Biela, der in diesem Zusammenhang von einem „ökumenischen Projekt“ spricht. Allerdings sei es anstrengend und mühsam, Formulare aus- und die Vorgaben zu erfüllen. Deshalb sei die Freude groß gewesen, als die Nachricht kam, Geld aus dem Leader-Fördertopf zu bekommen.

Ein Ort der Begegnung

Das Stadtteilzentrum im Herzen der Hansestadt soll zu einem Ort der Begegnung werden. Deshalb sei ein großer Saal notwendig. Im Zuge der Arbeiten soll ein Foyer geschaffen, der Saal ausgebaut und ein großes Fenster mit Ausgang zum Garten geschaffen werden. Nach der Sanierung soll der Saal auf vielfältige Weise genutzt, aber auch vermietet werden – beispielsweise für Hochzeiten oder andere Festlichkeiten.

Auf Spenden angewiesen

Von Biela ist froh, dass „wir das in zwei Abschnitten umsetzen können“. Die Sanierung von Dach, Fassade und Fenster ist mit 300 000 Euro veranschlagt. Dafür gibt es Fördermittel von 255 000 Euro. Den Rest muss die Kirchengemeinde aufbringen. Weitere 466 000 Euro sind für den Ausbau des Saales und das Schaffen des Foyers vorgesehen. Trotz einer Förderung (350 000 Euro) bleiben 116 000 Euro übrig, die die Kirchengemeinde St. Marien bezahlen muss.

Die Wendeltreppe ist ein Problem für Ältere.

„Wir wagen es“, sagt der Pfarrer, denn es sei natürlich ein Risiko, ein Fachwerk zu sanieren. Er und seine Frau sind allerdings zuversichtlich, dass alles klappen wird. Wobei beiden klar ist: Es ist und bleibt ein Abenteuer.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare