Helfer trotzen der Pandemie / THW-Chef Nico Lesch: „Wir sind da, wenn wir gebraucht werden“

Ein schönes Geschenk zum Ehrentag

THW
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Der hat ihnen gerade noch gefehlt – ein Multifunktionsanhänger für die Fachgruppe N (Notversorgung / Notinstandsetzung). Stefan (l.) und Anke Sachser sowie Jörg Lichtenknecker nahmen die neue Errungenschaft beim Ortsverband Salzwedel gleich erst mal zum Aufrüsten in Beschlag.
  • Holger Benecke
    VonHolger Benecke
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Sonntag war Tag des Ehrenamts. Für die Ehrenamtlichen aber kein Grund zum Feiern – die Corona-Lage macht auch ihnen zu schaffen. Salzwedels THW-Chef Nico Lesch hat die Truppe bereits seit Mitte November in eine Art Lockdown versetzt – keine Dienste mehr, der Ortsverband auf dem Fuchsberg ist verwaist, wird nur noch mit einer Notbesatzung, die Technik und Ausrüstung prüft und wartet, einsatzbereit gehalten.

Der Chef rangiert persönlich – das ließ sich Salzwedels THW-Chef Nico Lesch nicht nehmen.

Salzwedel - „So kann ich sicherstellen, dass ich bei Anforderung mit einer schlagkräftigen Mannschaft antreten kann, wenn wir gebraucht werden“, nennt Lesch die Hintergründe für seine Entscheidung. Die THW-Helfer haben bis vor Kurzem im Hochwassergebiet Ahrtal gewirkt – dort sind derzeit nur noch die Brückenbau-Einheiten des THW im Einsatz. Zugleich haben die Helfer in der altmärkischen Heimat Nachschub für die Impfzentren transportiert, haben Verbrauchsmaterial herangeschafft. „Außerdem vermeiden wir ein zusätzliches Ansteckungsrisiko“, sagt der Ortsbeauftragte. Zuvor waren alle anrückenden Helfer vor jedem Dienstbeginn – jeden zweiten Sonnabend – auf dem Fuchsberg getestet worden.

Schirrmeister Dietmar Tietsche-Mustroff weist den Chef ein, der den neuen Anhänger in der Halle einstallte.

Anke Sachser, die zusammen mit Jörg Lichtenknecker die Jugendgruppe führt, hatte den Nachwuchs schon vorher nach Hause geschickt. Seit Anfang November gab es zum Leidwesen der Kinder und Jugendliche keine Dienste mehr für sie. Dafür aber einen ganz besonderen Weihnachtskalender. Nachdem alle süßen Sachen hinter den Türchen vernascht sind, kann aus dem Korpus ein Lkw gebastelt werden. „Eine tolle Idee“, freut sich THW-Chef Lesch über das außerordentliche Engagement seiner Nachwuchsbetreuer.

Der Ortsverband im Überblick: Die Magnettafel zeigt den Status der verfügbaren Helfer und Technik an.

25 Aktive und ebenso viele Kinder und Jugendliche zählt sein Personalstamm der Ehrenamtlichen. Und bei denen steht derzeit auch noch die Wahl des Helfersprechers an. Dieses Amt hat Valentin Georg inne, der zusammen mit vier anderen Kandidaten erneut antritt. Ein Urnengang verbietet sich in der Pandemie von selbst. Und so hatte Ausbildungsbeauftragter Stefan Sachser am Sonnabend alle Hände voll zu tun. Er stellte die Briefwahlunterlagen für die Helfer zusammen. Nach dem Schreibkram hieß es: drucken, falten, frankieren und ab zum Briefkasten.

Jugendleiterin Anke Sachser mit den Weihnachtskalender, dem die Angehörigen der Jugendgruppe bekamen.

Doch auch wenn am Sonntag der Tag des Ehrenamtes nicht gefeiert werden konnte, ein Fest war es für die Salzwedeler THW-Helfer, die den Corona-Notdienst auf dem Fuchsberg versahen, schon: Sie hatten einen neuen Sonder-Anhänger bekommen. Eine schöne Würdigung ihrer Leistungen zum Tag des Ehrenamtes. Schirrmeister Dietmar Tietsche-Mustroff hatte den Multifunktionsanhänger für die Fachgruppe N (Notversorgung / Notinstandsetzung) aus dem Auslieferungslager geholt. Darauf können verschiedene Module bis hin zum Gabelstapler – insgesamt 20 Tonnen – je nach Einsatzanforderung ohne langwieriges Verzurren im Handumdrehen auf- aber auch wieder abgeladen werden.

Stefan Sachser erledigt den Papierkram: Unter Corona läuft die Helfersprecher-Wahl per Brief.

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