1. az-online.de
  2. Altmark
  3. Salzwedel

Protagonisten suchen Verstärkung für Aufführungen in Salzwedel

Erstellt:

Von: Lydia Zahn

Kommentare

menschen
Produktionsleiter Florian Götz und Produktionsdramaturgin Ulrike Marski schauten sich am Freitag den Bahnhof in Salzwedel für ihr Theaterstück „Amerikalinie“ an. © Zahn, Lydia

In einem dokumentarischen Stück erzählt die Theatergruppe Das letzte Kleinod die bewegenden Geschichten von Ausgewanderten nach Übersee. Dafür werden noch Darsteller aus Salzwedel gesucht.

Salzwedel – „Es ist ein ganz außergewöhnliches Theaterprojekt, das auch Halt am Salzwedeler Bahnhof macht“, wirbt die Theatergruppe Das letzte Kleinod für sich. Seit mehreren Jahrzehnten ist das Ensemble mit seinem eigenen Theaterzug europaweit unterwegs. Für die kommende Inszenierung „Amerikalinie“ ist es im September auch in der Hansestadt zu Gast.

Produktionsleiter Florian Götz und Produktionsdramaturgin Ulrike Marski waren am Freitag in Salzwedel, um sich den Bahnhof und die Stadt vorweg schon einmal anzusehen. „Wir versuchen, so gut wie möglich vorbereitet zu sein“, erklärt Florian Götz, während er mit seiner Kollegin den Bahnhof und dessen Schienen genauer begutachtet. „Ich mag Salzwedel“, verrät der Produktionsleiter. Auch wenn er noch nicht allzu viel von der Stadt gesehen habe. Und genauso freue er sich auf die Vorführung in der Hansestadt.

Stücke werden in einem Zug aufgeführt

Zum Theaterstück selbst: Das dokumentarische Stück erzählt die bewegenden Geschichten von Ausgewanderten nach Übersee. „Die Reise nach Amerika war ein einschneidendes Erlebnis im Leben zahlreicher Menschen: Erst ging es per Zug mit der Amerikalinie über Frankfurt (Oder), Berlin und Salzwedel nach Bremerhaven und dann mit einem der großen Ozeandampfer nach Amerika, Kanada oder Australien“, erklärt Jens-Erwin Siemssen, Leiter von Das letzte Kleinod und Regisseur. „Vor 150 Jahren wurde die Eisenbahnlinie eingeweiht, die schnell als Amerikalinie bekannt wurde. Personenzüge rollten auf dieser Strecke jahrzehntelang aus den östlichen Provinzen und den Nachbarländern zum Columbusbahnhof in Bremerhaven, von wo aus Millionen von Auswanderern in die Neue Welt aufbrachen.“

Auch Florian Götz bewegen die Schicksale: „Das sind Geschichten von Menschen, die gesagt haben, es geht hier nicht mehr, wir müssen es woanders versuchen.“ Und genau deren Geschichten will die Theatergruppe in ihrem Stück in sieben Güterwaggons in Szene setzen und an Bahnhöfen entlang der Amerikalinie aufführen – auch in Salzwedel.

Mitwirkende aus Salzwedel werden gesucht

Für die einzelnen Auftritte in verschiedenen Städten sucht die Theatergruppe immer nach Menschen oder sogar ganzen Chören aus der Region, die Lust haben, mitzuspielen und mitzusingen, führt Florian Götz weiter aus. Aber auch Zeitzeugen, die einen besonderen Bezug zum Thema Auswanderung und Flucht haben und darüber berichten möchten, werden gesucht. So auch für die Aufführungen am 20. und 21. September jeweils ab 20 Uhr am Salzwedeler Bahnhof.

Interessierte können sich ab sofort unter Tel. (01 77) 59 98 610 bei Produktionsdramaturgin Ulrike Marski melden.

Auch interessant

Kommentare