Stendaler Ausländerbehörde rollt den Fall neu auf

Eddy darf erstmal bleiben

Eddy alias Fadel Adnan.

Salzwedel / Stendal. Eddy darf bleiben. Erstmal. Der Entzug seiner Arbeitserlaubnis zum 20. März ist nicht wirksam geworden. Damit ist vorerst auch die Abschiebung des 32-jährigen Libanesen Fadel Adnan abgewendet.

Aufgrund der altmarkweit laufenden Unterschriftenaktion zugunsten des beliebten Tanzlehrers der Salzwedeler Tanzschule Müller rollt die Stendaler Ausländerbehörde den Fall noch einmal auf. „Die neuerliche Prüfung des Falls wird eine Weile dauern, solange kann Eddy auf jeden Fall bleiben“, sagte gestern die Pressesprecherin des Landkreises Stendal, Angela Vogel, auf Nachfrage der Altmark-Zeitung.

Fadel Adnan kam vor zehn Jahren nach Deutschland. Weil er immer noch keinen Pass hat, sollte ihm nun die Arbeitserlaubnis entzogen werden. Das hätte die Abschiebung in den Libanon zur Folge gehabt. Daraufhin war altmarkweit eine Hilfswelle für Eddy angelaufen. 3 350 Unterschriften wurden gesammelt mit dem Ziel, dass Eddy bleiben darf.

Der Libanese hatte 2002 aus Angst vor einer direkten Ausweisung einen falschen Namen angegeben und behauptet, er komme aus dem Irak. Später gab er zu, gelogen zu haben. Nach Aufenthalten in Münster, Herford und Stendal kam Eddy im Sommer 2007 zur Tanzschule Müller, wollte in eine eigene Wohnung ziehen. Aber ohne Pass ging das nicht. Die libanesische Botschaft befasste sich mit seinem Fall nicht, weil er keine Aufenthaltsgenehmigung hatte, sondern lediglich geduldet war. Einen Pass hat Fadel Adnan immer noch nicht, hier hat ihm die Ausländerbehörde mangelnde Mitwirkung vorgeworfen. Aber: Hätte Eddy einen Pass gehabt, wäre er vermutlich schon kurz nach seiner Ankunft in Deutschland wieder abgeschoben worden.

Eddy leitet derzeit wöchentlich 20 Tanzkurse in Salzwedel, Tangermünde und Gardelegen.

Von Ulrike Meineke

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare