Zum Jahreswechsel auf dem Weg zum Nichtraucher / Elektronisches Rauchen ist der Renner

Die E-Zigarette – Top oder Flop?

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Ingelore Weingart: „20 Prozent der E-Zigaretten-Käufer sind auf dem Weg zum Nichtraucher.“

Salzwedel. Ein neues Jahr – ein neuer Vorsatz. Ganz offensichtlich haben sich einige vorgenommen, 2012 mit dem Rauchen aufzuhören.

Denn die E-Zigarette, wenn auch umstritten, verkauft sich außerordentlich gut, wie Ingelore Weingart vom Salzwedeler Tabak-Spirituosen-Geschäft bestätigt.

Nach wie vor sei das Selber-stopfen das A und O. 70 Prozent der Weingart-Kunden tun das, nur 30 Prozent kaufen Zigaretten in Schachteln. Viele haben seit der letzten Tabaksteuererhöhung im Mai 2011 auf das Selbststopfen umgestellt. Die so genannten Quicks (Tabakstränge) liefen nicht, sind inzwischen auch wieder vom Markt verschwunden. Grund dafür war, dass sie anders hätten besteuert werden müssen und damit teurer als herkömmliche Zigaretten gewesen wären. Das Tobacco-Block-System (loser Tabak mit Stopfgerät, mit dem pro Block 30 Zigaretten am Stück entstehen) verkauft Ingelore Weingart an spezielle Kunden, aber nicht en Masse.

Die elektronische Zigarette (E-Zigarette) ist im Weingart´schen Geschäft seit zwei Monaten zu haben. „Ich war erst skeptisch, aber das läuft tatsächlich“, sagt die Geschäftsfrau, die 30 Stück in acht Wochen verkauft hat. So verwundert es nicht, dass die Firmen anfangs Lieferschwierigkeiten mit der E-Zigarette und den dazugehörigen Liquids hatten.

Gerade zum Jahreswechsel läuft das Geschäft mit dieser Alternative, denn es ist die Zeit der guten Vorsätze. 20 Prozent der Kunden, die die E-Zigarette gekauft haben, „sind auf dem Weg zum Nichtraucher“, weiß Ingelore Weingart. Dabei ist die Zigarette selbst eine einmalige Anschaffung. Die „Slim“ zum Beispiel besteht aus zwei Zigaretten, Mundstück, Verdampfer, USB-Stick, Ladeteil und Akku. Zum Befüllen sind so genannte Liquids nötig, die es in einem Riesensortiment gibt. Sie enthalten viel bis gar kein Nikotin. Ein Liquid umfasst 16 Milligramm. Nur ein Milligramm ermöglicht 200 Züge, was in etwa einer Schachtel Zigaretten entspricht. Die E-Zigarette riecht nicht und enthält weder Teer noch Kondensat. Und: Man kann sie in öffentlichen Gebäuden rauchen, sofern der Hausherr dies nicht verbietet. Nordrhein-Westfalen hat das untersagt, Niedersachsen will diesen Weg ebenfalls einschlagen. „Derzeit liegen uns keine konkreten Gefährdungshinweise und Beschwerden über den Gebrauch von E-Zigaretten vor. Im Gegenteil: Weder gibt es Beschwerden über Qualm noch über herumliegende Zigarettenkippen“, erklärte dieser Tage der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund. Er sieht derzeit keine rechtliche Möglichkeit, Verbote auszusprechen. In Sachsen-Anhalt gibt es noch keine Äußerungen dazu.

Dass die E-Zigarette nun gesund ist, kann man sicherlich auch nicht sagen, immerhin enthalten viele Liquids Nikotin. Inzwischen wurden auch Stimmen laut, dass das elektronische Rauchen mit Liquids möglicherweise doch gesundheitsgefährdend sein könnte. Ganz klar ist: Nicht rauchen ist immer noch am gesündesten!

Von Ulrike Meineke

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