Guido Hein lässt Verbrenner links liegen

Mit E-Auto ein Exot

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Guido Hein aus Pretzier ist auf Elektromobilität umgestiegen. Mit seinem Renault Zoe kann er etwa an der Kleinbahnstraße in Salzwedel Energie nachtanken.

Pretzier – Viel wird über Elektro-Mobilität geredet, doch im Alltag sind entsprechende Autos noch rar gesät. Einer, der bereits vor rund eineinhalb Jahren den Umstieg gewagt hat, ist der Pretzierer Guido Hein.

Dem Kauf eines Renault Zoe, eines bekannten E-Modells, sei ein längerer Entscheidungsprozess vorausgegangen, erzählt Guido Hein. Dass er weitgehend kostenlos Energie aufladen und an herkömmlichen Tankstellen vorbeifahren kann, habe in den Überlegungen aber geholfen. Auf die Idee sei er aber durch eine Firma in der Nähe gekommen, die bereits E-Autos und auch Ladeinfrastruktur vorweisen kann.

Die Fahrt mit dem Zoe ähnelt der in einem Automatikwagen – zwei Fußpedale und die bekannten Einstellungen am Schalthebel. Gänzlich anders ist der Start des Wagens. Von dem spürt der Fahrer nämlich nichts. Ein Knopfdruck, und schon ist das Auto fahrbereit.

Geräusche sind ohnehin eine kuriose Sache im E-Mobil. Davon gibt es nämlich nicht viele. Bis 30 km/h sondert das Auto Warntöne ab, erzählt Guido Hein. An der Kreuzung denke er oft: „Was sind die anderen Autos laut.“

Tritt er aufs Gaspedal, zieht der 90-PS-Zoe ab wie eine Achterbahn. „Das geht von Null auf gleich“, scherzt der Pretzierer. Nimmt er den Fuß wieder runter, bremst das Auto fast von allein.

Mit einer Karte wird die Station freigeschaltet.

Doch wie steht es mit der Alltagstauglichkeit? Guido Hein pendelt zirka 130 Kilometer pro Arbeitstag. Das Auto lädt er beim Arbeitgeber kostenlos auf, ebenso wie an Ladesäulen etwa in Pretzier, Salzwedel und Lüchow. Wo es Energie gibt, kann er per Handy-App oder im Auto ablesen. Der Zoe schafft rund 300 Kilometer im Winter (Kälte) und knapp 400 Kilometer im Sommer.

Reichweite und Akkuzustand lassen sich auf verschiedenen Anzeigen im Innenraum des E-Autos ablesen.

„Als ich den Wagen gekauft habe, dachte ich: Mal sehen, wie oft ich liegen bleibe“, erinnert sich Guido Hein. Doch das sei ihm noch nicht passiert. Trotzdem ist er in der Region ein Exot. In Süddeutschland seien E-Autos verbreiteter. Doch müssten diese auch schon an manchen Ladesäulen bezahlen.

Von Jens Heymann

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