Tauschgeschäfte im altmärkischen Wald

Initiative gegen Kleinstflächen läuft

Diese alte Luftaufnahme zeigt Liesten und den angrenzenden Wald in Richtung Königstedt.
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Diese alte Luftaufnahme zeigt Liesten und den angrenzenden Wald in Richtung Königstedt. Kleinstflächen sollen nun zu größeren zusammengetauscht werden.
  • Jens Heymann
    VonJens Heymann
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Wenn jemand im Wald spazieren geht, ahnt derjenige womöglich nicht, wie oft er innerhalb von kurzer den Grund und Boden verschiedener Eigentümer betritt. Denn viele Waldgebiete, auch in der Altmark, sind infolge von Separation und Bodenreform in dünne Streifen zersplittert worden.

Salzwedel / Liesten – Das macht mittlerweile die effektive Bewirtschaftung schwierig, weil moderne Erntemaschinen teilweise breitere Gassen benötigen, als die jeweiligen Flurstücke breit sind. Der Tausch von Flächen auf freiwilliger und weitgehend selbst initiierter Basis durch die Eigentümer bzw. Forstbetriebsgemeinschaften soll die Kleinstaaterei im Wald von Sachsen-Anhalt abmildern oder gar ganz beseitigen.

Die Gemarkung Liesten ist ein gutes Beispiel dafür. Landschnipsel an Landschnipsel reiht sich rechts kurz hinter dem Ortsausgang in Richtung Königstedt aneinander. Rund zehn verschiedene Eigentümer – öffentlich, gewerblich und privat – gibt es allein in einem überschaubaren Areal. Die Flurstücke sind teilweise nur wenige Meter breit und allesamt kleiner als einen Hektar. Im vergangenen Jahr gab es dort umfangreiche Forstarbeiten, was das eingangs beschriebene Szenario unterstreicht.

Die Eigentümer sollen sich nun zusammenfinden und passende Tauschgeschäfte vorbereiten. Die Bürokratie dauert aber eine Weile; ein Verfahren wird bei normalem Verlauf mit einem Jahr angesetzt. Wird dabei auf aufwendige Maßnahmen wie Vermessung verzichtet, kann es sogar kostenfrei bleiben.

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