Jack-Russel-Terrier lag leblos am Schwarzen Berg / Tierschützer auf den Barrikaden / Kripo ermittelt

Amy durch Genickschuss getötet

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Die Jack-Russel-Terrier-Hündin Amy wurde im Wald am Schwarzen Berg durch einen Genickschuss getötet.

Salzwedel. „Sie war so eine Liebe und Unkomplizierte. Und hat sie nie jemanden etwas getan“, sagt die Salzwedelerin Elke Büchner erschüttert und unter Tränen. Ihre Jack-Russel-Terrier-Hündin Amy wurde gestern erschossen am Schwarzen Berg gefunden.

Tierheim-Mitarbeiterin Katrin Laule und Tierschutzvereins-Chefin Christine Binder, die den Hund abgeholt haben, entdeckten einen Genickschuss bei dem Tier. „Was soll dieser kleine Hund denn gejagt haben? Mäuse?“, fragt sich Christine Binder. Der Genickschuss macht die Tierschützerin skeptisch, dass der Hund gerade gewildert haben könnte. „Da muss die Hündin aber aus unmittelbarer Nähe erschossen worden sein“, wundert sich Binder. Denn: Wildernde Hunde dürfen von Jägern erschossen werden, wenn sie sich mehr als 300 Meter von einer Ortschaft entfernt aufhalten.

„Ich möchte wissen, wer das gewesen ist“, sagt Elke Büchner. Ein Abschuss eines wildernden Hundes muss zwar von Jägern nicht gemeldet werden. Einen Hund einfach so liegen zu lassen, sei jedoch sehr unüblich.

„Es sah so aus, als wäre der Kadaver sogar noch versteckt worden“, berichtet Katrin Laule, „wenn ein Tier den Hund in den kleinen Graben gezogen hätte, hätte das anders ausgeschaut“. Und Christine Binder ergänzt: „Es wäre einfach besser, wenn Jäger, die wildernde Hunde abschießen, uns das melden. Hinter den Tieren stecken immer Familien, die ihren vierbeinigen Freund suchen und vermissen und hoffen, dass sie ihn wiederfinden“, appelliert sie.

Amy war seit dem 29. März verschwunden. Elke Büchner hatte ihren Hund sofort als vermisst gemeldet. In der Nacht kam ein Anruf, dass der Hund gefunden und ins Tierheim gebracht wurde. „Wir hatten uns natürlich schon gefreut“, berichtet Elke Büchner. Doch es handelte sich bei dem Fundhund nicht um ihre Amy.

Über Facebook hatten Elke Büchner und der Tierschutzverein nach Amy gesucht. Gestern gegen Mittag fand eine andere Hundebesitzerin den Jack-Russel-Kadaver am Schwarzen Berg beim Spaziergang. Ihre Hunde hatten die tote Amy aufgespürt. „Ich denke, dass es zwei bis drei Tage her ist, als die Hündin erschossen wurde“, vermutet Binder.

Die sterblichen Überreste von Amy werden nun nach Stendal zur Obduktion gebracht. „Wir haben bei der Polizei Anzeige erstattet – wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz“, berichtet Christine Binder.

Von Birte Grote

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