DDR-Schlagersternchen Chris Doerk war 1978 zu Gast in der Altmark

„Es war dufte in Diesdorf“

Chris Doerk war im Frühjahr 1978 zu Gast in der Altmark. In Diesdorf gab sie ein Konzert und dieses Autogramm. Foto: Zuber

Diesdorf. „Das waren noch Zeiten …!“, meinten nicht wenige jung gebliebene Diesdorfer, als sie die Wandzeitungen zur Entstehung der Ortschroniken im Foyer des Diesdorfer Rathauses besichtigten. Heinz-Günter Klaas hat hier einige ganz besondere Raritäten zusammengestellt.

Unter den „Highlights“ der Historie finden sich zum Beispiel Berichte über den Einzug der Schule ins ehemalige NVA-Objekt und die erstmalige „freie Entscheidung“ der Jugendlichen über Konfirmation oder Jugendweihe kurz nach der Wende.

Pikante 1.-April-Story

Noch gut erinnern werden sich viele Diesdorfer auch an den 1. April 1990. An jenem Tag, einem Ostermontag, sollte in der Diesdorfer Lämmerstraße in der ehemaligen „Spule“ ein Erotik-Geschäft eröffnen. Natürlich war dieser Aprilscherz mehr als gelungen. Denn: Nicht wenige Diesdorfer schlichen an jenem Tag durch die Lämmerstraße und hielten Ausschau nach „pikanten Werbegeschenken als Willkommenspaket für mehr Spaß in der Liebe“, welche die mutmaßlichen Jungunternehmer aus Celle bereit halten sollten.

Eine der schönsten und tatsächlichen Begebenheiten, an die sich Heinz-Günter Klaas gerne erinnert, ist jedoch der Besuch von DDR-Schlagersternchen Chris Doerk. Die einstige Partnerin von Hit-Dauerbrenner Frank Schöbel, den einige böse Zungen damals auch den „Ostzonen-Elvis“ nannten, war im Frühjahr 1978 zu Gast in der Altmark. In Diesdorf gab sie mit ihren Musikern am 23. März 1978 ein Konzert, das sicher noch vielen in Erinnerung geblieben ist.

Das Original-Autogramm der populären Sängerin ist zum Glück bis heute erhalten geblieben. Darauf steht: „Es war sehr dufte in Diesdorf – Dankeschön!“ Darunter klebte die Sängerin ein Foto von sich.

Nach der Scheidung von Frank Schöbel 1974 und der damit verbundenen künstlerischen Trennung ging es mit ihrer Karriere bergab. Sie hatte noch einige Tourneen mit eigener Band in einigen sozialistischen Staaten Europas. Ende der 1970er Jahre zog sie sich aus dem Showgeschäft zurück. Chris Doerk gab ihre Bühnenkarriere auf und arbeitete als freischaffende Fotografin.

Seit 1990 betätigt sie sich künstlerisch als Malerin. Nach jahrelanger musikalischer Pause begleitete Chris Doerk Frank Schöbel 2008 auf seine 45. Bühnenjubiläumstour. Anfang 2011 startete Chris Doerk mit ihm eine gemeinsame Tournee mit etwa 40 Konzerten im Bereich der ehemaligen DDR.

Von Kai Zuber

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