Überreste der streng geschützten Greifvögel gefunden

Dritter toter Milan am Windpark

+

Salzwedel / Neuferchau. Wie gefährlich sind die Rotorblätter von Windrädern für die heimische Vogelwelt? Fakt ist: Immer wieder werden in der Nähe solcher Anlagen tote Tiere gefunden.

Der Neuferchauer Jäger und ehemalige Landwirt Hans-Jürgen Lüder hat am Fuße eines Windparks nahe seines Heimatortes schon wieder einen toten Rotmilan gefunden. Er ist sich sicher, dass auch dieser Vogel durch die Rotorblätter gestorben ist. „Das ist nun schon der dritte in diesem Jahr“, bedauert der Neuferchauer, der bereits im Frühjahr zwei Exemplare dieser streng geschützten Greifvogelart gefunden hatte. Der zweite Fund, ein noch relativ intakter Kadaver, sollte zur zweifelsfreien Feststellung der Todesursache eigentlich von Fachleuten der Staatlichen Vogelschutzwarte in Steckby untersucht werden – als die Untere Naturschutzbehörde den Fund sichern wollte, war dieser jedoch verschwunden (AZ berichtete).

Dass der mittlerweile dritte Fund, den sich wohl ein Fuchs oder anderes Raubtier einverleibt hat, die Überreste eines der ersten beiden Vögel ist, schließt Hans-Jürgen Lüder aus. „Dafür ist er noch zu frisch.“ Eine Untersuchung scheidet jedoch erneut aus. „Das ist äußerst bedauerlich“, findet auch Joachim Funke, Sachgebietsleiter der Unteren Naturschutzbehörde in Salzwedel. Der Kreisbedienstete appelliert, derartige Funde sofort im Landratsamt der Hansestadt zu melden. Denn nur mit belastbaren Beweisen könne auch ein – wie es in der Rechtsprechung heißt – „signifikant erhöhtes Totschlagrisiko“ für Greifvögel nachgewiesen werden.

Gerade auch Hinweise zu Horst-Standorten seien besonders beim Rotmilan von Belang. Schließlich genieße dieser, ebenso wie Seeadler und Schwarzstorch – den höchsten Schutzstatus. Demnach ist im 1000-Meter-Radius rund um einen Rotmilan-Horst ein Windpark nicht genehmigungsfähig. Windpark-Planer hatten das bereits bei Recklingen zu spüren bekommen.

Von Matthias Mittank

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare