Brietzer Teiche: Neue Brutinseln für Vögel geschaffen / Waschbär als Gefahr für seltene Arten

Dramatische Lage für den Kiebitz

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Dieter Leupold (links) und Ine Prentz (BUND Sachsen-Anhalt) zeigten an der Sichtschutzwand WWF-Vertreter Albert Wotke die Brutinseln.

Salzwedel. „Wir sind ganz erstaunt, dass man so schnell die Ergebnisse sehen kann“, freute sich Dieter Leupold, vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Sachsen-Anhalt und Projektleiter des Grünen Bandes, am Donnerstag bei einer Besichtigung der Brietzer Teiche.

Erst im Winter waren dort Bagger im Einsatz. Es wurden neue Brutinseln geschaffen und alte ausgebessert, indem Senken weiter vertieft und so Gräben geschaffen wurden. Damit sollen die brütenden Vögel vor Feinden wie Fuchs und Waschbär geschützt werden. „Der Waschbär ist ein Problem, das wir im Auge behalten werden“, erklärt Leupold. Möglicherweise müssten die Inseln mit Elektrozäunen geschützt werden.

Das Projekt konnte verwirklicht werden, weil es beim Wettbewerb „Wildes Deutschland“ des World Wildlife Fund Deutschland (WWF) als eines von 50 Einsendungen auserwählt und mit 5000 Euro gefördert wurde. WWF-Vertreter Albert Wotke überzeugte sich vor Ort von dem Gelingen des Projektes und konnte an der neuen Sichtschutzwand neben Kiebitzen und Graugänsen auch den Seeadler beobachten. „Der schnelle Erfolg dieses Projektes bestätigt uns, dass es richtig war, es zu fördern“, so Wotke.

Die Sichtschutzwand gibt Besuchern seit gut zwei Monaten die Möglichkeit, die Brutvögel zu beobachten, ohne dass diese davon gestört werden. „Wir sind sehr glücklich über diese Wand. Man könnte sonst kaum einen brütenden Schwan in zehn Meter Entfernung beobachten“, berichtet Dieter Leupold. „Damit passt die Wand natürlich perfekt in unser Gesamtkonzept, attraktive Naturerlebnispunkte zu schaffen“, ergänzt Ine Prentz vom BUND Sachsen-Anhalt. Der Sichtschutz wurde mit Unterstützung vom Altmarkkreis durch Förderprogramme des zweiten Arbeitsmarktes gebaut.

„Um den Kiebitz sieht es ganz dramatisch aus“, beschreibt Dieter Leupold die Lage für die Vogelart, von der drei Brutpaare an den Brietzer Teichen beobachtet werden können. „Er ist fast komplett verschwunden.“ Lediglich an wenigen weiteren Orten, wie im Drömling, lebten noch Kiebitze. Zu weiteren seltenen Tieren, die an den Brietzer Teichen vorkommen, gehören neben dem Fischotter und Biber auch Wattvögel und Wiesenbrüter wie der Wiesenpieper, Flussregenpfeifer und Bekassine. Außerdem wurden dort seltene Libellenarten, wie die vom Aussterben bedrohte Helmarzurjungfer, gesichtet.

Von Birte Grote

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