Weitere Infos zum Kaufverhalten der Einwohner

Dorfladenprojekt in Pretzier: Standort als ungeklärte Frage

Berater Wolfgang Gröll zeigte im Dezember einen möglichen Grundriss vom Dorfladen. Doch das Projekt hängt noch in der Schwebe; es gibt auch keinen Standort.
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Berater Wolfgang Gröll zeigte im Dezember einen möglichen Grundriss vom Dorfladen. Doch das Projekt hängt noch in der Schwebe; es gibt auch keinen Standort.

Pretzier – Während derzeit die Stadtverwaltung auf weitere Fördermittel aus einem Landeswettbewerb für das Dorfladenprojekt Pretzier hofft, hat die Befragung der Dorfbewohner zu ihrem Einkaufsverhalten einige interessante Fakten erbracht.

Diese wurden von Dorfladen-Berater Wolfgang Gröll jüngst in Pretzier vorgestellt.

Ein zweites großes Thema ist die Suche nach einem passenden Standort für den Dorfladen, sollte er denn eines Tages Realität werden. Zwei sehr populäre Orte stehen allerdings nicht mehr zur Verfügung – der alte Konsum und die ehemalige Volksbank-Filiale wurden verkauft und werden mittlerweile anderweitig verwendet. Auch über den Pferdestall an der Kreuzung Bundesstraße 190 / Hans-Beimler-Straße ist viel geredet worden. Das Objekt ist jedoch in Privatbesitz. Weitere Ideen kreisen um den alten Poststandort beim Blumenladen und um das Leergrundstück gegenüber dem Tierarzt.

Alle diese Orte haben eines gemeinsam: Sie liegen an der B 190, ein Umstand, der so manchem Pretzierer wichtig zu sein scheint. Berater Wolfgang Gröll erachtet dies hingegen als „nicht elementar“. Die Fernverkehrsstraße sei höchstens ein Förderfaktor von 20 bis 30 Prozent. Das sage ihm seine Erfahrung. Und das glauben auch wiederum andere Einwohner und schlagen daher die Pretzierer Dorfstraße als Alternative vor.

Zu den weiteren benannten Plätzen für einen Dorfladen gehört die Freifläche links vor dem Bahnübergang in Richtung Ritzleben. Das Areal gehört der Agrarerzeugergemeinschaft (AEG) Pretzier und wäre laut Chef Frank Pieper auch günstig zu haben. Doch für einen fußläufig zu erreichenden Dorfladen wäre es womöglich zu dezentral, wie es hieß. Ebenso Flächen im Gewerbegebiet hinter den Bahnschienen in der Nähe der Tankstelle. Interessant: Genau diese Fläche der AEG sei einst vom Lebensmitteldiscounter Norma für eine Filiale geprüft worden, sagte Pieper.

Knapp einhundert Meter weiter dorfeinwärts, ebenfalls an der B 190, ist noch Platz zwischen Molkereiweg und dem großen Mehrfamilienhaus. Dieses Grundstück würde die AEG als Ausweichstrecke für ihre Landmaschinen gerne selbst kaufen, doch verlange der Hamburger Eigentümer dafür zu viel Geld, so Pieper weiter. Für einen Dorfladen dürfte es damit ebenfalls außerhalb des Kostenrahmens liegen.

Bleibt noch die AEG selbst. Dort gibt es ein Gebäude, das für ein Geschäft umgebaut werden könnte. Allein der Hausherr hat Bedenken aufgrund schlechter Zufahrtsmöglichkeiten und erhöhtem Unfallrisiko. Und es liegt ebenso dezentral.

VON JENS HEYMANN

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